Parasite ★★★★★

Schon in 'The Host' oder 'Snowpiercer' widmet sich Regisseur Bong Joon-ho den Klassenunterschieden zwischen Arm und Reich. Seine Form der schwarzhumorigen Gesellschaftskritik lässt sich auch in 'Parasite' finden und wird auf ein neues Level gehoben. Hier trifft die arme Familie Kim direkt auf die reiche Familie Park. Eine Konfrontation, die so intelligent und schwarzhumorig ausgespielt wird und trotz der klar definierten Fronten nicht in klassischer Schwarz-Weiß-Malerei mündet.

Der Film generiert von Anfang an eine Sogwirkung, welcher man bis Einsetzen des Abspanns nicht entkommen kann. Völlig homogen wechselt Bong Joon-ho dabei zwischen den Genres hin und her. Während das Genre-Pendel noch zwischen Drama und Komödie hin und her wechselt, wird man als Zuschauer beinahe beiläufig von den Thriller-Momenten in den Abgrund gerissen. Es ist einfach meisterhaft, wie aus diesen verschiedenen Elementen ein unheimlich mitreißendes und funktionierendes Ganzes komponiert wurde.

Trotz der überschaubaren Welt von 'Parasite' werden imposante Bilder geboten, die den Film zu einem wahren Genuss machen. Mit stimmigen Kamerafahrten und wunderbaren Einstellungen hievt sich Hong Kyung-pyo nach den brillanten Arbeiten in 'Snowpiercer', 'The Wailing' und 'Burning' endgültig auf den Kamera-Olymp. Dazu kitzelt Bong Joon-ho meisterhaft die verschiedenen Ebenen der Figuren aus dem Darsteller-Ensemble und so schlägt sich auch der tonale Wechsel des Films spürbar auf das Minenspiel aus. So ergibt sich ein irrwitziges und perfekt inszeniertes Schauspiel auf der Leinwand.

Wie ein Parasit schleicht sich Bong Joon-ho‘s neuester Streich in den Körper des Zuschauers und sorgt von Anfang bis Ende für ein einzigartiges Gefühl der Filmfreude.

Directors Cut:
www.filmtoast.de/parasite/

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