The Forest of Love ★★★★

Einmal freie Hand für Sion Sono bitte. Nicht nur Hollywood-Größen wie Martin Scorsese und Michael Bay gibt Netflix die komplette kreative Freiheit. Auch dem umtriebigen und kreativ-verrückten Love-Exosure-Regisseur wurde vom Streaming-Riesen ein Freifahrtsschein gewährt. Entstanden ist dabei ein für Sono-Verhältnisse erstaunlich knackiger Kriminal-Thriller, der alles ist, aber garantiert nicht normal. Eine auf wahre Tatsachen beruhende Kriminal-Geschichte ist der Ausgangspunkt für eine Hochgeschwindigkeits-Reise durch ein absurdes Ideen-Kabinett voller Wahnsinn, Gewalt und Schlagermusik.

Besonders der Einstieg verlangt dem Zuschauer einiges an Aufmerksamkeit und Kompromissbereitschaft ab. Das ist völlig konträr zu westlichen Sehgewohnheiten und es dauert eine Weile, bis man die einzelnen Handlungsstränge erkennt und in dieser Welt ankommt. Doch immer mehr ergibt der Unsinn Sinn und man taucht dabei immer tiefer in die wirren und absurden Gehirnwindungen Sonos ein. Dabei wird auch ordentlich an der Gewaltschraube gedreht und verlangt dem Zuschauer dann komplett alles ab. Wenn der Film dann zum letzten Akt einlädt und letzte Wirrungen aufklärt und auf links dreht, wird alles perfekt abgerundet und der hochwertig inszenierte Streifen macht auf einmal wirklich Sinn. Eine herrlich verrückte und fordernde Tour des Wahnsinns.

Der beste Schlagermusik-Schulmädchen-Sadomaso-Folter-Serienmörder-Thriller, den ich je gesehen hab.

Onno liked these reviews