300: Rise of an Empire ½

„300“, vielleicht eins der schlimmsten Machwerke der jüngeren Kinogeschichte, wird auch im zweiten Anlauf nicht besser. Muss das verwundern? Ja und nein. Ja, weil der Film Kritik nur minimal aufgreift, ansonsten aber in die gleiche propagandistisch ausschlachtbare Kerbe haut wie sein Vorgänger. Nein, weil der (finanzielle) Erfolg diese Praktik ja quasi voraussetzte.

„300 – Rise of an Empire“ ist ein visuell breiiger, dramaturgisch belangloser Schlachtenreigen, der in seiner ganzen politischen Bräsigkeit Feindbilder aufgreift (Die „Anderen“ wollen doch nur unsere Frauen vergewaltigen! Durch Gehirnwäsche wird man zu einem „Volksverräter“!) und sie ohne einen Funken Reflexion weiterträgt. Dazwischen spritzt das CGI-Blut literweise und gefühlt ununterbrochen, alles in Bildern gehalten, die die Ästhetik des Vorgängers sogar noch unterbieten. Alles ist noch künstlicher, noch deprimierender.

Am Ende lässt sich das Machwerk die Tür für eine potenzielle Fortsetzung offen und gibt recht unverhohlen zu, dass es irgendwann nur noch darum ging, dass ein Mann einer Frau seine Penetrationsfähigkeiten letztgültig unter Beweis stellen musste. Männliche Unsicherheit, dein Name ist „300 – Rise of an empire“. Was aus solchem Wesen und solchem Geist erwächst, kann man täglich in den Zeitungen unter Stichworten wie „Hass“, „Terror“ und „Gewalt“ lesen.

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