Baskin: Karabasan ★½

Fünf Polizisten gelangen durch eine verlassene Fabrikhalle in die Hölle - im Wortsinne. Schön ist das weder für die Protagonisten noch für die Zuschauer, die einen stilistisch an allerlei Vorbildern angelehnten und durchaus sicheren, inhaltlich aber beeindruckend belanglosen Horrorfilm serviert bekommen.

Ginge es dem aus der Türkei stammenden "Baskin" nur darum, Terror zu verbreiten, wäre das ja im Sinne des Genres in Ordnung, aber auch das gelingt nur bedingt. Selbstredend passieren grausame Dinge in dieser augenscheinlich zwischen den Welten liegenden Hölle, aber die Charaktere sind letztlich so uninteressant und das finale Drittel wirkt bei allen zerstochenen Augen und entferntem Gedärm so gehemmt (ähnlich wie die weitestgehend bewegungsunfähig gehaltenen Figuren), dass die Exposition, die vielerorts als langatmig gescholten wurde, tatsächlich der funktionellere Teil des Films ist.

Hier wirkt die Atmosphäre, die Kameraarbeit ist hervorragend und entwirft zusammen mit dem Produktionsdesign eine Aura des Unheimlichen, die später so sehr dem Plakativen weicht, als hätte man die verschollenen Höllensequenzen aus "Event Horizon" wiedergefunden und dem Film angepasst. Ärgerlich ist außerdem, dass der Film immer wieder andeutet, dass er sich ab einem bestimmten Punkt vielleicht nur im Kopf von Nachwuchspolizist Arda abspielt, dies aber zugunsten eines letztlich sinnlosen Loops fallen lässt. "Baskin" versucht, sich interessanter zu machen, als er ist.

Handwerklich gibt es nicht auszusetzen [besonders gefällt der Verzicht auf (auffälliges) CGI] und wie erwähnt funktioniert die anfängliche Atmosphäre ziemlich gut, aber wenn der Abspann einsetzt bleibt von "Baskin" nicht mehr als der Eindruck eben eines gut gemachten, aber schlampig geschriebenen Horrorfilms, der etwas zu sehr von sich überzeugt ist im Hinblick auf das, was er liefert. Und damit sind gar nicht die Gore-Effekte gemeint sondern sein Versäumnis, den Horror irgendwie zu unterfüttern, weil er alles mögliche andeutet (kindliche Traumata, Selbstsuggestion, Traum), aber unfähig ist, eins davon (oder auch alle im Sinne eines Konglomerat des menschlichen Geistes) auszubuchstabieren.

Noch einmal: "Baskin" versucht, sich interessanter zu machen, als er ist.