Before I Wake ★★★

Ein Horrordrama mit interessanter Prämisse, das trotz einiger kluger Dialoge [besonders über das (Aus-)Nutzen der Fähigkeiten Codys durch seine Pflegeeltern] sehr im generischen verharrt und neben Jump Scares mit entsprechenden musikalischen Stingern beiden Elementen, dem Horror wie dem Drama, nicht vollends gerecht wird.

So, ist diese Besprechung hiermit beendet? Nein, denn dies ist nur eine Zusammenfassung meiner Gedanken bis etwa 15 Minuten vor Ende des Films. Denn dann tut "Before I Wake" Dinge, die ich so nie von einem Horrorfilm dieser Art erwartet hätte: Das Monster wird durch eine Umarmung besiegt! Menschliche Nähe und Verständnis, die dem kindlichen Geist beim Einordnen vergangener Traumata helfen, lassen die Manifestation von Verunsicherung, Trauer, Verlust und Angst dahinschmelzen. Das grausigste Bild ist denn auch nicht das Monster, dass, entstanden durch Codys Träume, Menschen absorbiert, sondern das kleine Kind, dass mit seiner krebskranken, mehr tot als lebendig im Krankenhaus dahinsiechenden Mutter konfrontiert wird. Wie erwartungsfrohe Freude aus dem kleinen Gesicht weicht, Irritation sich breit macht und man quasi der Geburt einer nachhaltigen Verstörung beiwohnt, sind Momente von größter Durchschlagskraft.

Der Pathos, den sich "Before I Wake" leistet (manche nennen es auch normale menschliche Gefühlsregungen) ist angmessen und eigentlich hätte man sich sogar eine noch versönlichere Note gewünscht (gestorben wird hier vor allem, um unnötige Genre-Standards zu bedienen). Ein in letzter Konsequenz doch überraschend warmherziger Film, angereichert mit einigen unheimlichen Bildern ("Er konnte sich nicht an sie erinnern, weil er zu jung war ..." Brrrrr ...).

Es bleibt nur die Frage, ob, wenn sich Codys Träume materialiseren, das Haus in seiner Pubertät turnusmäßig von nackten Frauen (oder Männern) heimgesucht wird ('tschuldigung).

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