Bokeh ★★

Da wartet man verzweifelt in einer plötzlich entvölkerten Welt auf ein Lebenszeichen von Freunden oder Familie, öffnet hoffnungsfroh und mit zitternden Händen die erste E-Mail seit Wochen und dann ist es nur eine Belanglosigkeit des unsensiblen Freundes. Kein Wunder, dass die Protagonistin aufgibt.

Man hätte "Bokeh" durchgängig die Wucht dieser Szene gewünscht. Doch über weite Teile ergeht sich die interessante Prämisse eines US-Touristenpaars, dass bei einem Trip nach Island eines Morgens feststellt, dass der Rest der Menschheit auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist und sie die womöglich letzten Menschen auf dem Planeten sind, in Nichtigkeiten. Die Darsteller sind hölzern, die Dialoge banal. Immerhin entschädigen Locations und Soundtrack etwas dafür, aber "Bokeh" hält sich eher mit Hipster-Posen auf, anstatt die Geschichte über Verantwortung und Menschliches zu entwickeln, die in Ansätzen immer wieder aus dem Script hervorlugt.

So bleibt im Wesentlichen lediglich der gespenstische Charme einer fast menschenleeren Welt. Schade, dass sie in "Bokeh" nur von zwei Pappnasen bewohnt wird.

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