Don't Be Afraid of the Dark ★★★½

Manchmal begegnet einem als Erwachsener ja ein Film, der etwas in einem auslöst und zur Erkenntnis führt: wenn ich diesen Film als Kind gesehen hätte, wäre er mir sehr in Erinnerung geblieben. "Don't be afraid of the dark" (oder "Gate of Darkness", wie er anno 1988 bei seiner VHS-Premiere in Deutschland genannt wurde) ist so ein Beispiel - hätte ich ihn mit 12 oder etwas mehr Jahren gesehen, ich glaube, ich hätte die deutsche DVD-Veröffentlichung schon längst im Regal. Und es spricht eben sehr für ihn, dass er ein nostalgisches Gefühl triggert, das eigentlich nicht existiert.

"Objektiv" betrachtet ist das kleine TV-Filmchen recht unspektakulär und womöglich etwas unfreiwillig komisch - wie bedrohlich können pelzige kleine Dämonen mit Rosinenköpfen schon sein? Dennoch gelingt es ihm entgegen aller "Vernunft", eine durchaus unheimliche Atmosphäre aufzubauen und gerade das Ende ist konsequenter, als man es üblicherweise erwarten dürfte.

Angemessen mysteriös, kompetent gespielt und sicher inszeniert ist "Don't be afraid of the dark" besser als er jedes Recht dazu hat und auch einprägsamer als TV-Dutzendware. Kein Wunder, dass es ein (ebenfalls sehenswertes, jedoch völlig anders wirkendes) Remake gibt. "Don't be afraid of the dark" bleibt im Gedächtnis - wie ein Flüstern aus dem Dunkeln des Kellers.