It Stains the Sands Red ★★★

Mit "It Stains the Sands Red" bekommt man zwei Herangehensweisen an den Zombiefilm zum Preis von einem. Und "Preis" ist ein gutes Stichwort, denn dieses quasi-Double Feature bezahlt seine diversen Ideen mit der eigenen Kohärenz. Die zwei Hälften finden nur bedingt zueinander, so dass der Film am Ende zerfaserter dasteht, als er sein müsste.

Die eine Geschichte ist jene über eine mögliche emotionale Verbindung zwischen Mensch und Untoten. Vielen Zombiefilme ist die menschliche Seite seiner Antagonisten recht egal, mit der Transformation wird de facto die Spezies gewechselt und das Gemetzel kann beginnen. In "It Stains the Sands Red" versucht Protagonistin Molly nun, den Zombie zu domestizieren (vage Erinnerung an Bub aus Romeros "Day of the Dead" werden wach) und die sich entwickelnde Allianz ist ebenso interessant wie sie spannend ist, kann doch jederzeit die unberechenbare Seite des Zombies wieder zum Vorschein kommen.

So weit, so schön. Doch dann entledigt sich der Film nach 2/3 des Weges dieses "unique selling point" auf eine Weise, als wäre den Drehbuchautoren Colin Minihan und Stuart Ortiz urplötzlich nichts mehr eingefallen. Dann übernimmt die zweite Geschichte die Führung, jene von einer hedonistischen Person, die im Angesicht des Untergangs ihr Verantwortungsgefühl (in diesem Fall für ihren Sohn) wiederentdeckt und tut, was zu tun ist. Das mag man nun als schmalzig empfinden, aber auch diese Evolution ergibt sich einigermaßen organisch aus der Geschichte (und ich persönlich bin immer dafür, Kinder vor Zombies zu retten).

Die beiden Ansätze, aus dem Film mehr zu machen als einen Standard-Zombiefilm, werden aber nie befriedigend zusammengeführt, die Möglichkeit, aus den Figuren z.B. am Ende eine groteske Familie zu formen, wird ebenso verschenkt wie es sich der Film nicht nehmen lassen will, gerade im dritten Akt zu viele Stereotyp-Sequenzen zu präsentieren. Warum die Zombies plötzlich massenweise Einlass begehren? Nur um ein vermeindtlich cooles Abschlussbild zu generieren? Ach, kommt schon!

Ein Zombiefilm mit zwei hübschen menschlichen Dramen als Ankerpunkten, die sich aber umschwirren, ohne zueinanderzukommen. Auf eine verhaltene Art und Weise einerseits sehenswert, andererseits auch unbefriedigend.