John Wick

Filmische Entsprechungen eines First-Person-Shooters müssen scheinbar nach mehr oder minder festen Terminen immer wieder auf dem Programm stehen. So reiht sich irgendwo zwischen „Shoot em up“ und dem kommenden „Hardcore Henry“ der über alle Maßen langweilige „John Wick“ ein.

Die Story ist, wie es sich für einen Rachefilm ohne Reflexionsebene gehört, schnell erzählt: Ex-Profikiller John Wick (Keanu Reeves, der das Schauspiel inzwischen gänzlich drangegeben zu haben scheint) reaktiviert sich zwangsweise selbst, als der Sohn seines früheren Bosses sein Auto stiehlt und – weitaus schlimmer – seinen Hund tötet, die letzte emotionale Verbindung zu seiner kürzlich verstorbenen Frau. Nach der Exposition folgt eine über einstündige Actionsequenz, in der Wick in unterschiedlichen Locations das gesamte Kartell seines ehemaligen Arbeitgebers auslöscht.

Mit Messern, einer unendlichen Anzahl an Kugeln und seinen übermenschlichen Kräften ausgestattet passiert nicht viel mehr, als dass Wick einen der generischen Angreifer nach dem Anderen ermordet. Dabei muss man dem Film wohl zugutehalten, dass er sich nicht am Niedermähen von Unschuldigen labt – es gibt aber auch genug Kartell-Fußvolk. Klingt ermüdend? Ist es auch.

Als Rachefilm obszön simpel (und das eben nicht auf eine minimalistischen Weise) und als Actionfilm auch dank der öden Kinematographie und des einfallslosen Produktionsdesigns in keiner Sekunde interessant oder mitreißend, ist „John Wick“ eben genau die Kinoentsprechung eines stumpfen Videospiels von jener Sorte, wie es, wie zum Hohn, einmal sogar in die Handlung integriert wird: Reeves als vom Regisseur kontrollierte Spielfigur, die sich von Level zu Level schießt und dabei Aufgaben erledigt.

Leider kann der Zuschauer nicht die Kontrolle übernehmen und ihn auf der Suche nach einem guten (oder wenigstens unterhaltsamen) Film aus der monotonen Abfolge des immer gleichen heraus manövrieren.

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