Jurassic World: Fallen Kingdom ★★

Das letzte Wiedersehen mit "Jurassic Park" liegt schon ein paar Jahre zurück, aber ich erinnere mich sehr an den Eindruck, hier gar nicht den vielbesungenen, über alles erhabenen Blockbuster zu sehen, sondern schon eher einen B-Film mit übergroßem Budget. Vieles ist dann doch alberner und trashiger, als es die Apologeten wahr haben wollen. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: "Jurassic Park" ist schon eine klasse Angelegenheit und ich verfluche meine späte Geburt immer noch etwas, weil ich mit 11 Jahren 1993 knapp zu jung war, um den Film im Kino sehen zu dürfen. Dennoch war das Franchise eigentlich schon immer launig und dem Abenteuerfilm aus der zweiten Reihe verpflichet.

"Jurassic World - Das gefallene Königreich" tut gar nicht mehr so, als wäre es etwas anderes als Trash auf höchstem handwerklichen Niveau und kannibalisiert so munter seine eigenen Vorgänger (namentlich den seinerzeit schon unterwältigenden "The Lost World"), dass man nur von dreist-lahmarschiger Absicht ausgehen kann.

Es gibt einen Plan zur Errettung der Dinosaurier, der durch Profitgier torpediert wird, einen Großwildjäger, einen fiesen Anzugtypen mit Brille, einen gesundheitlich angeschlagenen, generösen Multimillionär ... die Liste ließe sich sicherlich fortsetzen. Man nehme noch völlig uninteressante menschliche Figuren hinzu und reduziere ethische Fragestellungen auf Plot Twists - fertig ist ein Film, der sich selbst aufgegeben hat. Egal, was er tut (und er tut eine Menge dummes Zeug), er wird Geld einbringen. "Das gefallene Königreich" ist auch ein Ausstellungsstück für den künstlerischen Zynismus des Marktes.

Dies funktioniert dann bedingt, wenn man den Film als den Unfug annimmt, der er ist, in dem Menschen allerhand strunzdumme Dinge tun und Dinosaurier sich ein grinsen nicht verkneifen können, wenn sie wissen, dass sie gleich zuschnappen werden. Weitestgehend nimmt sich "Das gefallene Königreich" dann aber doch zu ernst und verbreitet gediegende Langeweile mit der Vorhersehbarkeit aller Filme der Reihe.

Dinosaurier haben bei mir immer einen Sympathiebonus, es sind immerhin Dinosaurier, und jeder noch so murksige Ausflug in ihre Welt weckt in mir den Wunsch, den Karton mit all den Dino-Figuren endlich vom Dachboden meines Elternhauses zu retten. Und auch hier mache ich mir Sorgen etwa um die Ankylosaurier, die ins Meer stürzen oder erfreue mich an den Bildern von Pterosauriern, die über das Meer gleiten (was ist eigentlich aus jenen geworden, die am Ende vom dritten Teil gen Küste aufbrachen?).

Das Ende teasert dann auch einen dritten Teil der "Jurassic World"-Reihe an, den ich wirklich gerne sehen würde. Sollte dieser wirklich neue Wege bestreiten und ausgetretene Pfade des Franchises endlich hinter sich lassen, dann wird "Das gefallene Königreich" noch mehr als vernachlässigbares Mittelteil dastehen als bereits jetzt. Bis dahin macht es mir dieser Dino-Film wirklich aktiv schwer, ihm jenseits der bloßen Anwesenheit der Urzeitechsen irgendetwas abzugewinnen.