Kung Fu Panda 3 ★½

Nach einem unterhaltsamen ersten Teil und einem vor allem durch den Schurken und die Genozid-Thematik interessanten zweiten Teils ist der dritte Aufguss der „Kung Fu Panda“-Reihe eine enttäuschende Angelegenheit. Der Film gibt sich humoristisch mit dem kleinsten Nenner zufrieden, originelle Gags sucht man ebenso vergebens wie in den Actionsequenzen eine Entsprechung zum Gefängnisausbruch im ersten Teil. Protagonist Po scheint zudem eher eine Rückentwicklung durchzumachen, ebenso seine vertiefte Beziehung zu Tigress, die hier weitestgehend unter den Tisch fallen gelassen wird. Der Gegenspieler erreicht nie die Intensität von Lord Chen (ein Pfau mit Metallkrallen! Goddammit!) und auch die dramaturgisch so wichtige Verbindung zwischen Geisterwelt und der sterblichen Realität wirkt eher so, als würden sich die Gesetzmäßigkeiten erst im Laufe der Handlung entwickeln und sich dann flexibel den jeweiligen Notwendigkeiten anpassen. „Highlight“ ist dann auch, wenn das Pandadorf anhand einiger wirbelnder Blütenblätter einen Kampf in der jenseitigen Welt verfolgt.
Als Familienfilm versagt „Kung Fu Panda 3“, weil er in seiner Schlichtheit nicht die ganze Familie anspricht. Als Kinderfilm nimmt er seine jungen Zuschauer nicht so ernst wie die vorherigen Teile und behandelt sie ähnlich wie Po – eine Weiterentwicklung ist so unerwünscht, dass man sich lieber auf altbekannte Muster der „niedlichen Naivität“ beruft. Und als Animationsfilm ist der dritte Ausflug in das anthropomorphe China zwar hübsch anzusehen, zeigt aber immer dann, wenn die Bilder stilisierter werden, wie wenig aufregend der generische DreamWorks-Look noch daherkommt.
„Kung Fu Panda 3“ ist weniger die filmische Entsprechung des auch im Abspann verwendeten Songs („Kung Fu Fighting“), sondern eher das Äquivalent zur deutschen Übersetzung aus den „ZDF Hitparade“-Zeiten („Sie spielen Kung Fu / Das ist eine Art von Sport.“). Es ist irgendwie das Gleiche, nur eben in schlecht.

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