Last Night ★★★½

"See ya!"
"No, you won't."

Das Ende der Welt als letzte Möglichkeit, noch mal ein paar persönliche Dinge auf die Reihe zu bekommen und dann bleibt man doch in vielen Gewohnheiten stecken.

Ganz auf seinen männlichen Hauptdarsteller zugeschnitten vernachlässigt der Film die wunderbare Sandra Oh und ihre tieferen Motivationen zwar etwas, aber Szenen wie jene, in der eine Fülle an Informationen dazu führen soll, dass man sich 15 Minuten vor dem Untergang noch schnell verliebt, sind schon herzzereißend und gleichzeitig voller melancholischem Witz, was den Film auch insgesamt gut auf den Punkt bringt.

"Die letzte Nacht" (der Film wurde 1998 auf ARTE gezeigt und ist seitdem außer einer weiteren Ausstrahlung 2010 in der Versenkung verschwunden, von einer deutschen DVD-Veröffentlichung ganz zu schweigen) kann sich Budget-bedingt keine riesigen Schauwerte leisten und konzentriert sich so auf den menschlichen Kern des unausweichlichen Endes.

Ein zu unrecht vergessenes Werk voller Melancholie und schrägen Einfällen. Wenn am Ende die als "The Runner" in den Credits aufgeführte Figur noch "It's finally over!" rufen kann, bevor die Welt in einer nicht näher definierten kosmischen Katastrophe vergeht (es dürfte etwas mit der Sonne zu tun haben, denn es gibt im Grunde keine letzte Nacht mehr - alles ist um Mitternacht noh taghell), dann ertappt man sich dabei, wie man ihr, je nach tagesaktueller Verfassung, durchaus zustimmen kann. Es ist alles verloren, aber wir haben uns.