Leviathan ★★★

"Leviathan" ist Ridley Scotts "Alien" unter Wasser.

Eine banale Aussage, sicherlich. Ein Rip-Off, was soll's? Bemerkenswert ist eigentlich, wie sehr "Alien" kopiert wird. Die dreckig-mechanische Enge der Station als Nostromo-Stand-In, die Art und Weise, wie der nicht-menschliche Antagonist zu den Figuren gelangt, die Verteidigungsmaßnahmen, der sinistre Arzt, die Rollenzuschreibungen innerhalb der Crew (sogar Veronica Cartwrights Haar wird adaptiert), die Sache mit "die Crew ist entbehrlich". "Leviathan" ist so sehr "Alien", dass eigentlich nur zwei Möglichkeiten der Rezeption offen stehen: entweder man ärgert sich ob des dreisten Plagiats oder man nimmt den Film als das an, was er ist und hat Spaß mit den durchaus vorhandenen positiven Aspekten.

Denn zum einen sind die Figuren sympathisch (das unnötige "survival of the whitest" ist hier besonders ärgerlich), der Film nimmt sich Zeit und verspürt angenehmerweise nicht den Drang, sein Pulver zu schnell zu verschießen und die Effekte von Stan Winston ist angemessen schleimig, kreativ und wunderschön.

"Leviathan" ist aufwendig produzierter Kopien-Mumpitz, der zu einfachen Lösungen neigt (die entmenschlichende Handlungsweise der Vorgesetzten wird mit einem Fausschlag ad acta gelegt, Mutationen führen automatisch zu grotesken Hybriden, deren angeblicher Nutzen beim gezeigten Verhalten gelinde gesagt fragwürdig ist), von seinen über-engagierten Darstellern und dem spürbaren Willen, zumindest passable Unterhaltung abzuliefern, jedoch gerettet wird.

Filmischen Fast Food, keine Frage, aber manchmal steht einem halt auch der Sinn nach einem fettigen Burger mit allerlei leeren Kalorien. Und jetzt "Deep Star Six" als gequirltes Eis noch hinterher.

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