London Has Fallen

Wirklich überrascht muss man nicht sein, dass es auch im zweiten Anlauf nach "Olympus Has Fallen" nicht mit diesem Action-Franchise klappen will.

Auch "London Has Fallen" ist ein auf mehreren Ebenen hässliches Werk, dass irgendwie versucht, trotz allem patriotischen Brimborium etwas über das politische Machtgefälle in der Welt zu erzählen, aber schon allein deshalb scheitert, weil es am Ende eigentlich doch nur ein schablonenhaft denkender Actionfilm sein will. Suggeriert der Beginn noch, dass der Film aus den Sünden seines Vorgängers gelernt haben könnte, dass er sich wirklich Gedanken zum Drohnenkrieg oder die scheinheilige westliche Kriegsführung machen würde, präsentiert er dies dann am Ende doch als Allheilmittel. Sorry, dass die erste Drohne eine Hochzeitsgesellschaft ausgelöscht hat, diese zweite trifft aber wirklich nur den Oberschurken und seine Lakaien, ganz großes Ehrenwort. Und selbstredend ist das grundsätzliche Problem damit aus der Welt geschaffen. Hurra!

Ansonsten schwelgt der Film wie der erste Teil darin, Zivilisten zu töten und lässt Charaktere turnusmäßig als Feigenblatt sagen, dass dies aber doch sehr verwerflich sei. So gut wie alles, was der Film in irgendeinem moralischen Sinne versucht, wird konterkariert. "Wir müssen uns einmischen in der Welt", sagt Morgan Freemans Vizepräsident am Ende und irgendwie darf man bezweifeln, dass damit humanitäre Hilfe oder effektive Hilfe zur Selbsthilfe gemeint ist.

Eine anstrengende und letztlich auch unendlich ermüdene Angelegenheit, in der eben auch die Actionszenen durch den schwammigen Look und die unispirierte Inszenierung nichts retten können. So lange der nächste Film nicht endlich sein albernes Potenzial entdeckt und etwa "Bad Oeynhausen Has Fallen" heißt, wird das nichts mehr, befürchte ich.