Match Me! ★★

Die gute Nachricht zuerst: „Match Me!“ ist erträglicher als der letztjährige Dokumentarfilm zum Thema „Liebe finden“, „Love & Engineering“. Die schlechte Nachricht: wirklich interessant ist auch dieser Film nicht. In einem kühl kalkuliert wirkenden Schachzug werden drei besonders obskure Suchende portraitiert, ein verschroben aussehender Finne mit gewachstem Oberlippenbart und zwei altklug daherredende Frauen aus Deutschland bzw. Österreich, von denen sich eine durch einen fernöstlichen „Matchmaker“ einen Partner zuweisen lässt, weil „die Vielzahl der Entscheidungsmöglichkeiten in der modernen Welt die Menschen unglücklich machen“. Warum sich also nicht etwas abnehmen lassen, die Gurus werden schon wissen, was sie tun. Der Film stellt in seiner Tagline die Frage, wie man die Liebe in der heutigen Zeit finden soll, de facto interessiert er sich aber nur für ein zielloses Vorführen von verzweifelten Menschen, die zu mitunter sehr seltsamen Methoden greifen, um einen Partner zu finden. Das Ganze wird dann witzlos und ohne tiefere Aussage aneinandergeschnitten, so dass „Match Me!“ zu einer recht belanglosen Angelegenheit wird. Wenn es Regisseurin Lia Jaspers („You Drive Me Crazy“) darum ging, in die Untiefen der Datingindustrie vorzudringen, verfehlt ihr Film durch seinen fahrigen Stil und seine letztliche Beliebigkeit (es wirkt, als habe Jaspers einfach die erstbesten Menschen als Protagonisten genommen, die an einer Stelle zufällig vor Ort waren) sein Ziel. Gut gemeint ist eben nicht gleich gut gemacht.

Report this review