Moana ★★★

Nach dem hervorragenden „Zoomania“ geht man bei Disney mit „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ (wer, o wer bloß, denkt sich eigentlich diese Untertitel aus?) wieder auf Nummer sicher, präsentiert eine bewährte Mischung aus (tollem) Empowerment, dramaturgischer Schnipselhaftigkeit, die stets so wirkt, als moderiere sie die zum Film passenden Games bereits an und einigen schnippischen Bemerkungen über Disney-Klischees und bleibt dabei so sehr im Gebiet der genügsamen Mittelmäßigkeit, dass „Vaiana“ in seiner Vorhersehbarkeit sogar eher langweilt als unterhält.

Hübsch animiert, gestalterisch gefällig ohne Mut zu irgendeiner Art des Experiments, mäandert der Plot so dahin, präsentiert ein irgendwie sauer aufstoßendes Bild von Polynesiern als wasserscheuen Angsthasen (egal, ob es durch die Handlung legitimiert wird oder nicht, die vielleicht größten Seefahrer der Erdgeschichte so zu verwursten fühlt sich einfach … falsch an) und ergeht sich wechselnd in Drehbuch-Klischees und nicht so recht zündenden Seitenabenteuern, deren Humor- und Abenteuergehalt überschaubar bleibt.

Der simplifizierende Fleischwolf des globalen Entertainment-Riesen Disney hat nun eben auch die Polynesier erwischt und schert sich dabei wenig um den reichen Geschichtenfundus, aus dem man hätte schöpfen können. Dabei hatte man das Ganze doch bereits unterhaltsamer und liebevoller hinbekommen. Das Erzeugnis heißt „Lilo & Stitch“ und wird bei der Auflistung der großen Disneyfilme immer wieder gern vergessen. Zweifelhaft, ob „Vaiana“ jemals auf solch einer Liste auftauchen wird.