Monkey Shines ★★★

Einerseits ist "Der Affe im Menschen" ein kompetent inszenierter Thriller, andererseits ein hanebüchenes Mär über menschliche Aggressionen, die sich der Mensch nicht eingestehen will und stattdessen auf andere Lebewesen subsummiert. Wie der deutsche Titel schon andeutet liest er den Affen an sich als potenziell bedrohlich-aggressives Wesen, als dem Menschen in der Ausübung niederer Triebe etwas voraus habende, untergeordnete Lebensform.

Dabei lässt es der Film nicht zu, dass die Agressionen, die sich im Affen Ella nach der Injektion mit einem experimentellen Mittel zur Intelligenzsteigerung (als würden Kapuzineraffen dies benötigen) manifestieren, vielleicht etwas mit ihrem Status als Versuchstier in einem Labor zu tun haben, sondern nutzt sie nur zur Ausübung von Animositäten des Protagonisten gegen seine Umwelt. Monkeys See, Monkeys Do (?).

Boo als Ella reißt jede Szene an sich und es ist gerade diese umwerfende Sympathie (und doch sehr mit unter einjährigen Menschen zu vergleichende Handlungsweisen), die dem Wandel zum Killer einen schalen Beigeschmack hinzufügt. So leistet sich der Film denn auch keine Tragik, wenn es der Affe ist, der am Ende sein Leben lassen muss, obwohl auch noch die Möglichkeit im Raum steht, dass das Tier durch den Menschen verdorben wurde und nicht umgekehrt. Hier folgt "Der Affe im Menschen" zu sehr den eindimensionalen Mustern des Tierhorrors, die Regisseur George A. Romero nicht aufzubrechen vermag.

Ein weitestgehend unterhaltsamer Thriller, der aber zu sehr auf das Reißerische setzt anstatt die ihm innewohnenden Möglichkeiten auszuleuchten.