One Hour Photo ★★★★

Ein gleichzeitig melancholisches wie unbehagliches Psychogram eines Mannes, der weder Halt im Leben noch eine Ahnung davon hat, was das Wort „übergriffig“ bedeuten könnte. Ein starker Robin Williams stellt alle anderen SchauspielerInnen locker in den Schatten und brilliert in einer Rolle, die viele Fans von „Mrs. Doubtfire“ ihm wohl nicht zugetraut hätten – und die es womöglich auch nicht goutieren. Sei es drum. Griffige Zuschauermanipulationen in Form von Traumsequenzen und viele Szenen, in denen der Zuschauer aktiv in einen emotionalen Konflikt gebracht wird entschädigen dann auch für die etwas zu generischen Wendungen im dritten Akt und die etwas bemüht daherkommende Erklärung, warum Protagonist Sy Parrish so ist, wie er ist. Ein Film, von dem ich es anfangs nicht gedacht hätte, den ich aber turnusmäßig immer wieder zur Hand nehme und der den Test auf Gefallen immer wieder besteht.

Report this review