Plan 9 from Outer Space ★★

Ah, der schlechteste Film aller Zeiten.

Gut, wer das behauptet, hat in seinem oder ihrem Leben wohl noch keinen wirklich schlechten Film gesehen. Diese Reputation läuft als Fahnenschwinger aber so weit vor "Plan 9 aus dem Weltall", dass sie sich immer wieder ins Gedächtnis ruft. Dennoch - Ed Wood hat bei weitem nicht den schlechtesten Film aller Zeiten gedreht sondern vielmehr einen, der geradezu exemplarisch zeigt, was Trashkino ist und wodurch es sich von modernen Ironie-Auswüchsen wie jenen aus der "Asylum"-Schmiede unterscheidet.

Ich habe diese Mechanismen ja bereits mehrfach erwähnt, darum halte ich es hier einfach kurz: Wood glaubt an "Plan 9 from Outer Space". Bedingungslos und mit Herzblut. Er glaubt an die mitunter grandios-hölzernen Darsteller, er glaubt an die günstigen Sets, er glaubt an die Anschlussfehler, von denen er wohl hoffte, sie würden niemanden auffallen. Er glaubt an die rührenden Effekte, er glaubt an das wackelige Drehbuch. Dieser Film ist so von sich überzeugt und kämpft mit seinen begrenzten Mitteln so sehr dafür, so etwas wie eine Vision auf die Leinwand zu bringen, dass es trotz einigen Leerlaufstellen und den dezidierten Albernheiten über weite Strecken durchaus unterhalten kann.

"Plan 9 from Outer Space" ist hanebüchen und sinnfrei, wunderbar und furchtbar, vor allem aber eins: aufrichtig. Natürlich ist dies eine Rezeption, wie sie wohl nur mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Uraufführung zustande kommen kann, mit dem Wissen um die kulturelle Entwicklung in dieser Zeit und den veränderten Auffnahmemustern im Kopf, nichtsdestotrotz ist dies nicht der schlechteste Film aller Zeiten. Diese Ehre gebührt Werken, die handwerklich sicherlich eleganter daherkommen, dafür in ihren Scripten, ihren Handlungen und ihrem Wirken grausamer und furchtbarer daherkommen, als es ein pulpiges B-Filmchen aus den 1950ern je sein könnte.