Rampage ★★★

RAMPAGE ist ein Kinderfilm. Und bevor nun die ersten gleich Schnappatmung bekommen und ausrufen, dass man so einen doch erstaunlich gewalttätigen Film keinem Kind zeigen kann, denen sei gesagt, dass ich keine Kinder meine, die noch mit PAW PATROL oder dergleichen vollauf zufrieden sind. Vielmehr geht es um jene Kinder, die glauben, sie wären keine Kinder mehr. Die Erkenntnis, dass dies dennoch so ist erlangt man aber erst in der Retrospektive. Das ist, zugegebenermaßen, eine komplizierte Ausdrucksweise für: RAMPAGE ist ein Film ab 12 mit jeder Faser seines Seins. Und das meine ich in diesem Fall wirklich ausdrücklich positiv.

Was das konkret heißen soll? Nicht, dass RAMPAGE besonders dumm wäre. Okay, gut, ja, das ist er auch. Aber auf keinen Fall dümmer als das, was MARVEL gefühlt alle drei Wochen auf den Markt wirft. Der Film ist auf eine Art doof, dass er einerseits genau um diesen Umstand weiß, auf der anderen Seite sein Spektakel ernst genug nimmt, um nicht gänzlich in die Parodie seiner Selbst abzugleiten. Der Film ist ebenso hemdsärmelig wie sein menschlicher Hauptcharakter, so tollpatschig-entwaffnend wie seine Sprüche (als das mutierte Krokodil aus dem Fluß steigt und Johnson nur ein trockenes "Das ist Scheiße." herausbringt, habe ich gelacht. Tja nun).

Die Figuren sind klischeehafte Stichwortgeber, die Action erstaunlich mitreißend obwohl The Rock vor allem im Showdown vor der Green Screen gefühlt nur von einem Schaumstoffwürfel zum nächsten hüpft. Die Gewalt ist so "zahm", dass sie ein "R-Rating" umschifft, aber dennoch graphisch genug, um mehr zu suggerieren, als da ist. Figuren wie Joe Manganiellos Burke werden mühsam aufgebaut, nur um dann recht schnell abserviert zu werden. Und das Ende von Malin Akermans Claire ist inzwischen ja schon fast legendär.

Kurzum: ich hätte es nie für möglich gehalten, aber RAMPAGE macht sehr viel mehr Spaß, als er jede Berechtigung dazu hat. Es gibt genügend Actionfilme, die versuchen, ein Gefühl zu evozieren, wie als man mit 12 endlich Filme mit der entsprechenden Altersfreigabe sehen durfte. TRANSFORMERS scheiterte, RAMPAGE gewinnt. Dumm wie Brot, aber so temporeich und sympathisch, dass man dieser speziellen Materialschlacht kaum böse sein kann.