Sharknado: Feeding Frenzy

Wer absichtlich Trash schaffen will, kann eigentlich nur scheitern. Es sind die großen Ambitionen, die mit geringen Mitteln dann nicht so funktionieren, wie sie eigentlich sollten, die den Charme des cineastischen Scheiterns ausmachen, die unbedingte, manchmal eben auch blinde, Liebe zum Medium – Selbstüberschätzung gepaart mit bewundernswerten Elan. Die „Sharknado“-Filme gehören nicht dazu, sie sind das kalkulierte Produkt eines TV-Senders, der sich dem Neuzeit-Trashs aus einer Kosten-Nutzen-Rechnung heraus verschrieben hat. Umso peinlicher kommt die Dokumentation „Feeding Frenzy“ daher, die die Filme über fliegende, ewig hungrige Haie als den heiligen Gral des Trashfilms hinstellt. Das Wort „Popkultur“ wird so überstrapaziert, dass man glaubt, sie würde nur aus „Sharknado“ bestehen und dem damit einhergehenden „ironischen“ Filmverständnis, dass im am Reißbrett entworfenen „Kult“ eine Offenbarung gefunden hat. Genau wie die zugrundeliegenden Filme ist „Feeding Frenzy“ ein lautes, pseudo-lustiges Durcheinander, dass sich permanent selbst befriedigt und viele „talking heads“ präsentiert, die viel reden ohne viel zu sagen. Es gibt weder interessanter Erkenntnisse über die Filme, ihre Entstehung, den Hype oder seine Mechanismen, es ist ein überlanges, selbstbeweihräucherndes Making-Of ohne jeglichen Anspruch auf Irgendetwas. Es hat einen Grund, warum „Sharknado“ bei uns in das Format „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ eingebettet ist – ohne die Kommentare von Oliver Kalkofe und Peter Rütten sind sie kaum zu ertragen. Bei „Feeding Frenzy“ fehlen sie schmerzlich.

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