Soul Surfer

Was man augenscheinlich aus diesem Film mitnehmen soll: wenn dir ein Hai den Arm abbeißt, ist das nur eine Prüfung Gottes, aus der deine kleine weiße, perfekte hawaiiansiche Familie gestärkt hervorgehen kann. Nichts gegen die persönliche Bedeutung von Religiosität wenn es darum geht, Lebenskrisen zu bewältigen, aber der penetrante „Soul Surfer“ ist so davon überzeugt, dass dies der alleinige Weg ist, dass man sich schon fragt, warum es ein Film aus dem US-„Bible Belt“ es bis nach Europa geschafft hat.

Ganz abgesehen von dem „Friss oder stirb“-Gehabe, wenn es um seine „christlichen Werte“ geht, ist „Soul Surfer“ auch noch pathetisch, schlecht gespielt und vor allem schlecht geschrieben. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Situation findet nicht statt, jeder Versuch wird im Keim mit einem Gottesverweis erstickt. Dazu etwas nicht-existenzielles Teenagerdrama und am Ende eine überlange Messe mit Aufnahmen der echten Bethany Hamilton bei ihren zahlreichen öffentlichen Auftritten – den Herrn immer im Gepäck und vor allem auf den Lippen. Wenn die Geschichte einer einarmigen Surferin nicht mehr her gibt als ein langatmiges christliches Erbauungsfilmchen, dann ist schlussendlich auch die Sinnfrage angebracht.

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