Spice World ★★

Es ist, was es ist: ein schriller, größtenteils sinnloser Fan-Film, der eigentlich nur Popularität und Musikalben verkaufen soll.

Aber - und es ist in diesem Fall ein gleichzeitig erstaunliches wie seltsames aber - er ist sich seiner Selbst so bewusst, dass "Spice World" den Bogen so sehr überspannen kann, dass er irgendwo zwischen den Abfahrten Trash und Wahnsinn unkontrolliert von der Autobahn des Kinos abfährt und wild (und wieder recht sinnlos) durch die Botanik rast.

Sequenzen reihen sich notdürftig aneinander, dazwischen wird selbstredend gesungen, Aliens schauen vorbei und ein Baby wird auch geboren. Es gibt Cameo-Auftritte ohne jeglichen Elan, die genau deshalb Spaß machen (Elton John will einfach nur nach Hause) und eine Dramaturgie, die irgendwann einfach die Grenzen zwischen dürftiger Realität und absurder Fiktion zugunsten einer immer megalomanischeren Actionszene verwischt. Und ja, es gibt dann auch einige Gags, die in all ihrer Obskurität funktionieren.

Ein Film, der sich in seiner Müßigkeit mehr Mühe gibt als er müsste und so viel ehrlichen Schwachsinn aus dem Hut zaubert, dass er nach den Regeln des Trashs durchaus (zumindest phasenweise, Leerlauf gibt es auch) zu unterhalten versteht. Darüber hinaus ist er eigentlich wenig schmeichelhaft für seine Protagonistinnen: wer nicht einmal urinieren kann, ohne sich zu verlaufen, hat vielleicht ganz andere Probleme. Aber das weitere Nachdenken darüber wäre wohl selbst für "Spice World" zu meta.