Star Crystal ★★

In der von Oliver Kalkofe und Oliver Welke geschriebenen Radiocomedyserie "Der Wixxer", die als Vorlage zu den in fast allen Punkten unterlegenen Filmen diente, gibt es in einer Folge einen Cliffhanger, in dem die Helden von einer Gruppe "gewaltbereiter Hafenarbeiter" umzingelt werden. In der nächsten Episode dann die grandiose Auflösung: "Es gelingt unseren Helden, ihre Gegner verbal davon zu überzeugen, dass Gewalt sich nicht auszahlt. Es entspinnt sich ein fruchtbarer Dialog und am Ende können alle gemeinsam darüber lachen."

Was hat dies nun mit dem ziemlich kostengünstig produzierten Film "Star Crystal" (in Deutschland auch unter "Die Todesgalaxie" bekannt) zu tun? Erstaunlich viel, wenn man sich die Konklusion ansieht. Was als äußerst generischer "Alien"-Abklatsch beginnt, wandelt sich in den letzten knapp 15 Minuten zu einer benevolenten "Star Trek"-Episode über interkulturelle Verständigung und Freundschaft. Wie? Was? Und das verrückteste an der ganzen Sache: irgendwie funktioniert es. Es entspinnt sich wirklich ein fruchtbarer Dialog.

Komplett wett kann der bemerkenswerte Sinneswandel den ganzen Leerlauf in den vorangegangenen 75 Minuten aber nicht machen. Vorhersehbar an seinem großen Vorbild orientiert schlurft der Film dahin, gönnt den Figuren zwischenzeitlich Lobotomien ("Jetzt ist es nur noch ein Punkt!") und entledigt sich der unterhaltsamsten Menschen an Bord viel zu früh, so dass nur noch die Pappnasen übrig bleiben. Immerhin gibt es mit Liebe und etwas Innovation ausgestattete Effekte zu bewundern (Gars "inneres Leuchten" ist besonders hübsch).

Ein Rip-Off, der den Zuschauer so einlullt, dass sein Finale nur umso erstaunlicher daherkommt und der sich allein dadurch vor dem Komplettabsturz bewahrt. Und am Ende wird im Jahr 2032 Musik aus den tiefsten Tiefen der 1980er gespielt. Das hat dann auch was für sich.

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