Star Wars: The Last Jedi ★★

Womöglich war "Star Wars" mit dem Ende von Episode VI doch tatsächlich auserzählt.

Reicht es nicht, dass die Faschisten in der echten Welt wieder Aufwind bekommen, muss es auch noch in einer Galaxis weit, weit entfernt sein? Irgendwie stört es mich gewaltig, dass die neue Trilogie das hoffnugsfrohe Geschrabbel auf Endor so sehr konterkariert. Gut, wie der Titel schon sagt ist Krieg das Einzige, was dieses Franchise am Laufen hält. "Star Diplomacy" will keiner sehen - oder der/die Betreffende schaut gleich die besten "Star Trek"-Episoden nach.

"Die letzten Jedi" ist, mal abgesehen davon, dass es ein langweiliger Monolith voller selbst für "Star Wars" schwachsinniger Szenen ist, das filmische Equivalent zu Kindern, die eine am Strand angespülte Qualle mit einem Stock pieksen um zu sehen, ob noch Leben in der amorphen Masse ist. Bei jeder noch so kleinen Reaktion: freudiges Quietschen. Beim Ausbleiben der Reaktion wird einfach weiter gestochert. Fanboys und -girls wollen einem jedes unbedeutende Detail als Gral verkaufen und wer sich nur zu einem "Meh" durchringen kann, ist ein Ketzer. Die ganz harten Fans sind im Grunde ihre eigene Nemesis.

Um ehrlich zu sein: der Film hat mich größtenteils wahlweise so kalt gelassen oder gelangweilt, dass ich kaum das Gefühl habe, etwas zur Debatte beizutragen, dass nicht schon gesagt wurde. Darum im Schnelldurchlauf:

- Leia kann also jetzt den Tod besiegen und niemand verliert auch nur einen Wort darüber. Dafaq?!
- Admiral Ackbar so abzuservieren ist eine gigantische Schweinerei.
- Das ganze Gerede von ausgehendem Treibstoff (ehrlich, Treibstoff ist das prägende Wort des Scripts) hat mich sehr irritiert. Wurde das vorher bereits in dieser Breite in "Star Wars" thematistiert, wie die Raumschiffe angetrieben werden?
- Dieser Casinoplanet. Also echt mal.
- Der Kuss kam ja wirklich vollkommen aus dem Nichts.
- Die Macht macht, was sie will.
- Diese gottverdammten, hässlichen Porgs! Die armen Papageientaucher, die digital so verkleidet wurden.
- Lukes Versteck kann ja nicht so geheim sein, wenn die Milch dereinst bis nach Tatooine exportiert wurde. Müßiger Fan-Service, der Fragen klärt, die keiner Klärung bedürft hätten.
- Überhaupt: Leerstellen sind in der heutigen Medienlandschaft nicht en vogue, oder?

Schön hingegen war die erste Übung zwischen Rey und Luke ("Kannst du die Macht fühlen?"), die Auflöung des Rätsels um Reys Eltern in ihrer lakonischen Art und natürlich diese Sache mit dem Wunsch der Tötung des größten Feindes. Technisch war auch nicht viel zu beanstanden (außer der Stampede), aber darum geht es ja auch nicht. Ich bin mit fast 34 der "grumpy old Star Wars-Fan", der sich von den neuen Filme so gut wie nie abgeholt fühlt.

Irgendwie ist das aber inzwischen auch egal. So wie "Die letzten Jedi". Ba-dum-tiss.

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