The Ritual ★★

Deppen gehen in den Wald. Hätten sie das mal lieber nicht gemacht. Zack! Bumm! Geräusche! Geschrei! Oh, Mist! Ende.

Ausnahmslos alles in "The Ritual" hat man bereits an anderer Stelle gesehen und es gelingt dem Film kaum, eigene Akzente zu setzen. Punkten kann er immerhin mit dem Design des Antagonisten und einer zumindest streckenweise unheimlichen Atmosphäre, die zwar auf die gängigen Jump-Scares verzichtet, aber der Versuchung des musikalischen "Stingers" erliegt, was den Verzicht auf handelsübliche Jump Scares dann wieder ein Stück weit konterkariert. Es ist zum Zähne knirschen.

Unschön ist auch, dass der Film einige Zeit darauf verwendet, das Trauma durch den Verlust eines Freundes zu illustrieren, dass durch die Untätigkeit des Protagonisten entstanden ist, nur um besagte Figur dann alle weiteren Freunde im Wald verlieren zu lassen. "The Ritual" könnte auch "Survivors Guilt - The Movie" heißen und potentziert das therapeutische Kapital am Ende auch noch.

Der größte Kardinalsfehler aber ist wahrscheinlich, dass ein Film über skandinavische Mythologie und Schauplatz Nordschweden aus Großbritannien kommt. Ob die schwedische Version besser geworden wäre ist wohl die bohrendste, weil nicht zu beantwortende, Frage, die dieses generische Grusel-Mär aufwirft.

P.S.: Wenn ich eine monströse Erscheinung sehen würde, die sich durch den Wald arbeitet, wäre ein Streit mit Freunden anschließend das Letzte, an das ich denken würde. Menschen in Horrorfilmen haben mitunter seltsame Prioritäten.

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