Willow ★★★½

Ein reichlich albernes, mit dem schlichten Humor George Lucas' ausgestattetes Fantasyabenteuer, das so ziemlich jedes Stereotyp des Genres bedient. Sprich: ein verdammt unterhaltsamer Zeitvertreib.

"Willow" ist kein per se "guter" Film - was auch immer das eigentlich bedeuten soll. Aber er ist so engagiert, so verschwenderisch (und liebevoll) ausgestattet und auf eine heute erfrischend wirkende Art naiv, dass er besser funktioniert, als er womöglich das Recht dazu hätte.

Die Geschichte eines Nelwyns (der Film nimmt Abstand von den profanen Begriffen "Zwerg" und "Mensch" - "Troll" und "Brownie" sind aber geblieben), der ein Daikini-Baby beschützt, dass einer Prophezeiung nach die böse Königin Bavmorda stürzen wird, ist so generisch, wie es die Fantasy scheinbar vorschreibt, wird aber durch weitestgehend funktionelles "world building" interessant gestaltet - sogar inklusive spezieistischen Slangausdrücken für Nelwyns. Die Dramaturgie ist dabei vorhersehbar, was aber aufgrund des Tempos nicht weiter negativ ins Gewicht fällt. Man kann die Zeit, in denen man in Actionsezenen noch verfolgen konnte, was eigentlich genau passiert, nur vermissen. Die besten Schauspielerinnen sind übrigen die Zwillinge Ruth und Kate Greenfield in der Rolle des Babys Elora mit ihren zum dahinschmelzen perfekten Reaktionen (ja, ich weiß, Schnitt und viele Takes waren dafür wahrscheinlich notwendig, ändert aber trotzdem nichts am Ergebnis).

Ein kurzweiliges, konsequenzloses, charmantes Abenteuer mit hübsch anzusehenden Effekten von Industrial Light & Magic (ein wenig ist "Willow" natürlich auch Leistungsschau), das so wohl nur in den 1980ern entstehen konnte. Wer braucht schon Peter Jacksons "Herr der Ringe"?