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  • The Mimic

    The Mimic

    ★★½

    "The Mimic" versucht sich an einer psychologischen Herangehensweise an die (mögliche) Begegnung mit einer Nicht-menschlichen Entität, löst diesen Ansatz aber nie so treffend ein wie etwa der australische "The Babadook". Nur selten ist der Film ganz bei sich, ganz beim im Grunde die Kehle zuschnürenden Drama, dass ihm innewohnt - dem Verlust eines Kindes. Dann bricht der Film auf, die generische Dualität von sorgenvoller Mutter und verdrängendem Vater bekommt Risse, Menschen sind Menschen.

    Gerade in diesem Kontext der Trauer wäre…

  • The Florida Project

    The Florida Project

    ★★½

    Die Enttäuschungsgefühle von "Shape of Water" sind zurück! Ähm ... Hurra?! (Bei keinem anderen Film seit langer Zeit habe ich so oft auf die Uhr geschielt in der Hoffnung, dass es vorbei gehen möge.)

    Jedes, selbst die ganz negativen, Review hier auf letterboxd hat zumindestens ein paar warme Worte für Willem Dafoe übrig. Warum? Weil es die Wahrheit ist. Dafoe bietet eine wunderbare Performance zwischen Humanismus, Realismus und Frustration; die Sequenz, in der er einen mutmaßlichen Pädophilen von den Kindern…

  • Fire and Ice

    Fire and Ice

    Generische Fantasyhohlbirne aus der Rotoskopie-Hölle, die so aussieht wie eine bewegte Variante der Hard Rock-Albumcover, die mich schon als Kind abgestoßen haben.

    Man könnte "Feuer und Eis" nun aufgrund seiner konsequenten Albernheiten noch etwas abgewinnen: Menschen, deren Hintern ständig ins Bild wallen und die in kaum mehr als knapper Unterwäsche im Eis kämpfen. Dialogfetzen aus dem Überraschungsei. Offensichtliche dramaturgische und charakterliche Nutzlosigkeiten. Doch dann präsentiert der Film auch noch recht unverholenen Rassismus (alle Helden sind weiß, die Schergen des Schurken…

  • Hold the Dark

    Hold the Dark

    ★½

    Lieber Jeremy Saulnier,

    wenn du gewalttätiges Exploitationkino machen willst, dann ist das doch in Ordnung. Tu es, habe Spaß dabei und wir als Zuschauer bekommen im besten Fall auch noch viel von diesem Spaß ab. Es ist okay, wirklich. Im Trash liegt ja ohnehin oft eine tiefere Wahrheit, an deren Entschlüsselung wir bestimmt viel Freude haben würden.

    In punkto "Wolfsnächte" möchte ich dir sagen, dass der Werwolf mit dem Zombie mein liebstes Filmmonster ist. Ich persönlich hätte mich sehr gefreut,…

  • Liebe durch die Autotür

    Liebe durch die Autotür

    ½

    Bemerkenswert, was der Chef manchmal auf alten Videokassetten findet ...

    "Ein frech-frivoles Filmchen, dass gleichermaßen körperlich anregt wie zum lachen bringt, vor allem durch die pointiert-gereimten Voice-Overs."

    Das würden alle an "Liebe durch die Autotür" involvierten Menschen sicherlich gerne als Kurzkommentar lesen. Doch, welch eine Überraschung, es ist de facto nicht möglich, den Film so zu beschreiben.

    Der in einer längeren Fassung (die ich auch noch gesehen habe) auch unter "Heb hoch das Hemd, wenn's Höschen klemmt" firmierende Film ist…

  • Bed Bugs

    Bed Bugs

    ★★★½

    Jan Henrik Stahlberg hat bisher nur zwei Filme geschrieben, diesen und den 2003er-Überraschungserfolg "Muxmäuschenstill". Der Grund scheint auf der Hand zu liegen: wenn man sich mit der Schilderung besserwisserischer Idioten beschäftigt, deren Existenz einen leicht an der (männlichen) Menschheit verzweifeln lassen, dann kann man dies nur alle Jubeljahre durchziehen.

    "Fikkefuchs" ist anstrengend. Sehr, sehr anstrengend. Vieles, was ich damals zu "Muxmäuschenstill" geschrieben habe, ließe sich auch zu diesem Werk sagen, es ist ein Film über ganz spezielle Ausprägungen des Mensch-seins,…

  • The Way Way Back

    The Way Way Back

    ★★★½

    Wenn man die seltsam ziellos wirkende erste halbe Stunde überstanden hat, in der auch der Protagonist das Publikum mehr irritiert als charmant-verschroben wirkt, bekommt man einen hübschen Coming-of-Age-Film serviert, der sich dankbarerweise vieler Klischees des Genres schlicht verweigert (z.B. der unbeholfene Dance Off, der sonst zu einer Bloßstellung der Figur geführt hätte, wird hier einfach inkludierend und respektvoll aufgelöst).

    Sam Rockwell hat so viel Spaß an seiner Rolle und seine Monologe sind so wenig vorhersehbar, dass alle anderen Charaktere nur…

  • Merkel Must Go

    Merkel Must Go

    ★★½

    PEGIDA-Anhänger, AfD-Wähler und Konsorten behaupten immer, man dürfe ja nichts mehr sagen und niemand würde ihre Sorgen und ihre Bedenken ernst nehmen, niemand würde ihnen zuhören. Nun ist es eher so, dass man ihnen mitunter wohl etwas zu sehr zuhört und wenn die "Bedenken" sich meistens auf wohlfeilen Menschenhass hinunterbrechen lassen, dem auch mit rationalen Argumenten nicht beizukommen ist, dann kann man eigentlich von niemanden, dem seine geistige Gesundheit am Herzen liegt, verlangen, auch noch stundenlang darüber zu diskutieren.

    Und…

  • It Stains the Sands Red

    It Stains the Sands Red

    ★★★

    Mit "It Stains the Sands Red" bekommt man zwei Herangehensweisen an den Zombiefilm zum Preis von einem. Und "Preis" ist ein gutes Stichwort, denn dieses quasi-Double Feature bezahlt seine diversen Ideen mit der eigenen Kohärenz. Die zwei Hälften finden nur bedingt zueinander, so dass der Film am Ende zerfaserter dasteht, als er sein müsste.

    Die eine Geschichte ist jene über eine mögliche emotionale Verbindung zwischen Mensch und Untoten. Vielen Zombiefilme ist die menschliche Seite seiner Antagonisten recht egal, mit der…

  • Savages: The Story of Human Zoos

    Savages: The Story of Human Zoos

    ★★★★

    Ansprechend gestaltete, gehaltvolle und umfängliche Dokumentation über die sogenannten "Völkerschauen" in europäischen Zoos, in denen Weiße Menschen anderer Ethnien begaffen konnten.

    Ein eindrückliches Zeugnis über die Konstruktion von Ungleichheit und wie die Idee des Rassismus im sogenannten "aufgeklärten Westen" zum Spektakel wurde - Nachwirkungen bis in die jüngste Neuzeit selbstredend nicht ausgeschlossen.

    In seiner Schilderung der medialen Ausschlachtung dieser abscheulichen Praxis auch und gerade für Interessierte auf dem Gebiet der Medien(wirksamkeits)forschung interessant. Und als notwendige Ergänzung zu allen lobhudelnden Dokumentation über Carl Hagenbeck und seinen Hamburger Tierpark.

  • Lights Out

    Lights Out

    Irgendwo zwischen Grabbeltisch-Variante von "Der Babadook", dem ehrlich spannenden Kurzfilm, auf dem das Ganze basiert (vimeo.com/82920243) und völlig uninspirierten Standard-Genrekost ist "Lights Out" vor allem stinklangweilig. Und alles, was man sonst noch über die Implikationen der Story denken kann, wurde hier auf letterboxd bereits so zielsicher zusammengefasst, dass ich es einfach bei folgender Verlinkung belasse:

    letterboxd.com/theblogosfear/film/lights-out-2016/

  • Slugs

    Slugs

    ★★

    Menschen, Tiere, Sensationen! Sensationell vor allem, dass man nach einer so umfangreichen Lobotomie, wie sie fast alle Charaktere in diesem Film hinter sich haben, noch einigermaßen funktionieren kann.

    Strunzdoofe Figuren wandeln durch ein Drehbuch, dass so dem trashigen Wahnsinn anheim gefallen ist, dass man dem fertigen Produkt einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann. Schnecken mögen für viele Menschen irgendwie unangenehm sein, "Slugs" schafft es aber, selbst wohlwollenden Zeitgenossen zu zeigen, dass man aus dem eigentlich reichlich albernen Konzept "Tierhorror mit…