Beginning ★★★

Fast unmöglich zu bewerten. Beginning ist ein Film über Einsamkeit und Isolation, und die georgische Regisseurin Dea Kulumbegashvili ordnet diesen Themen in ihren Langfilmdebüt wirklich alles unter. Jede stilistische Entscheidung ist hier darauf zurückzuführen, uns so tief wie möglich in Janas Gefühlswelt hereinzuziehen. Kulumbegashvili entzieht uns den äußeren Bildvierteln und nimmt uns gefangen in ihrem 4:3-Format, in dem man meist nicht mal die agierende Person sieht. Ständig ist diese genau in dem Frame, den wir in der üblichen Aspect Ratio zu Gesicht bekommen hätten. Mit beißend langen, statischen Szenen raubt sie uns die Luft, die Möglichkeit zu atmen. Es schmerzt fast in der Brust, sich die quälend langen Einstellungen einzuverleiben, so energieraubend und kraftvoll zugleich sind sie - Dabei wird eine hypnotische Atmosphäre kreiert, die ich selten so erlebt habe. Viele der Shots sind dabei unfassbar beeindruckend entworfen und verdienen es alleine, mehrere Minuten bewegungslos beobachtet und aufgesogen zu werden. Andere jedoch - und hier kommt das große Problem mit Beginnen - verdienen das eben nicht. So beeindruckend viele Einstellungen sind, ist nicht jede von ihnen so meisterhaft, dass ihr es zusteht, mehrere Minuten lang ohne Schnitt und nur mit minimaler Bewegung auszuharren. So war trotz der regietechnischen Klasse durch seine schier unendlich langen Bilder Beginning eine wahre Qual: Eine künstlerische, hypnotische, introspektive Qual; aber eben doch eine Qual.

Daniel liked these reviews