Rampo Noir ★★★

#Japanuary2020 Nr. 16

Rampo Noir/乱歩地獄 (Ranpo jigoku) - Von den vier verfilmten Kurzgeschichten von Edogawa Rampo, die Themen wie Schuld und den Sinn des Lebens behandeln, haben mir Mirror Hell und Caterpillar am besten gefallen.

In Mirror Hell untersucht ein Detektiv die Morde an jungen Frauen, die mit verbrannten Gesichtern gefunden wurden. Der Einsatz von Spiegeln und dutch-angles macht ihn zum visuell verspieltesten Teil der Reihe. Wenn sich Gesichter doppeln und in den Reflexionen verbiegen, erinnert das an Luis Buñuel und Andrei Tarkovsky. Es gibt sogar einen direkten Verweis auf Agnes Vardas Strände. Die Geschichte wird aber leider dann doch zu abrupt aufgelöst, sogar mit einigen Lynch-artigen Szenen.

Deutlich experimenteller ist Caterpillar, in dem eine Frau den verwesenden, entstellten und zerfetzten Körper ihres Mannes pflegt. Dabei tauschen die beiden nicht nur Worte, sondern auch Körperflüssigkeiten aus, ganz normal bei Edel-Sadist und Fußfesselfetischist Hisayasu Satô. Das ist grotesk und ekelhaft, visualisiert dennoch die Sehnsüchte, die beide Menschen haben. Verlust, Trauer und Schuldgefühle treiben die Frau in einen sadistischen Rausch, der durch Flashbacks und Traumsequenzen verstärkt wird.

Als Ansammlung von verschiedenen surrealen Kurzfilmen zu empfehlen.