Late Spring ★★★

Bei meiner Reise durch die Filmgeschichte ( letterboxd.com/privatsprache/list/jedes-jahr-ein-film/ ) bin ich erstmals in Asien gelandet.

Das Beste zuerst: Das Framing von SPÄTER FRÜHLING ist exellent. Die Shots sind durchkomponiert bis ins kleinste Detail. Allein wer wann auf Stühlen und wer auf dem Boden sitzt, sagt viel über den Konflikt zwischen Tradition und Moderne aus.

Das Grundthema ist zeitlos – der Widerstreit zwischen persönlichen Interessen und gesellschaftlichen Verpflichtungen. Doch leider wird er in Form eines Konflikts ausgetragen, der mit einer so dicken Staubschicht bedeckt ist und der so voller Klischees steckt, dass er mir im 21. Jahrhundert schlichtweg nichts mehr zu sagen hat.

Noriko soll heiraten. Weil Frauen in ihrem Alter nun einmal heiraten. Sie will aber lieber bei ihrem Papa bleiben. Das kann ich sehr gut verstehen, denn Sukichi, gespielt von Chishû Ryû, ist ein herzallerliebster, putziges Männchen. Aber Noriko will unter anderem auch bei ihrem Papa bleiben, weil der Witwer ist und als Mann unmöglich allein für sich sorgen kann *Gähn*. Außerdem will Noriko nicht, dass ihr Papa wieder heiratet, denn das ist unanständig. Oh man!

So reden alle den ganzen Film lang über auf Noriko ein, dass sie nun endlich heiraten soll und sie weigert sich standhaft. Bis ihr Papa ihr einen Vortrag hält, dass (arrangierte) Ehen nicht glücklich sein müssen, sondern eine Pflicht sind, um die Menschheit am Leben zu erhalten. DAFUQ?! Dann macht sie es.

Da fällt mir das Mitfiebern wirklich etwas schwer ...