Terminator Genisys ★★½

Nachdem ich von aller Welt gehört hatte, wie schlecht der Film ist, war ich positiv überrascht. Klar ist das kein Meisterwerk, das Zeitreisenparadoxon ist ein einziger Murks, aber immerhin spricht der Film das auch selbst aus in Person von Kyle, als Arnie versucht die Zeitreise zu erklären und er zu Sarah Connor sagt: „Can you stop it talking like that. Is there a switch or something?"

Emilia Clarke ist insgesamt das Beste an diesem Film. In irgendeinem Podcast hatte ich mal gehört, dass sie bei GoT immer guckt, als hätte sie ein Haar in ihrem Essen gefunden und daher verlangt, den Geschäftsführer des Restaurants zu sprechen. Aber hier ist sie keck und aufsässig in bester Screwball-Tradition, besonders ihr Zusammenspiel mit „Paps“ funktioniert exellent. „Paps“ ist zugegeben ein sehr alberner Kosename für einen Terminator, aber auch nicht so schlimm, da der Film sich ja auch sonst nicht ernst nimmt, wie man an Arnies Grinsen oder der „Badboys-Szene“ sieht.

Schließlich mag ich auch die übernommenen Remix-Elemente aus den ersten beiden Filmen, das ist einfach mein Ding. Auch hier war ich erstaunt, dass das nach 45 Minuten schon endet. Nach all den Kritiken, die ich gelesen habe, hatte ich damit gerechnet, dass der ganze Film ein Remix ist.

Damit der Film aber nicht zu gut wegkommt, hier ein paar Kritikpunkte: In den ersten 17 Minuten (ich habe auf die Uhr geguckt) nimmt der Film sich noch seeeehr ernst und es werden genug superpathetische Ansprachen für ungefähr 12 Sequels gehalten, da hätte ich schon fast ausgeschaltet. Ferner hat der Schauspieler von Kyle Reese ungefähr so viel Charisma wie ein Putzlumpen. Ich weiß nicht wie er heißt und werde es nicht nachgucken, da ich sein Gesicht eh schon wieder vergessen habe. Es ist eine Schande, dass in diesem Film Matt Smith in nur zwei Szenen verheizt wird, während dieser Stierhormoncocktail zwei Stunden lang seinen eingeölten Bizeps in die Kamera halten darf.

Schließlich ist die Action meistens doof und natürlich wieder over the top: Die Faszination, zu sehen wie Menschen sich gegen überlegene Maschinen behaupten müssen, ist bei mir nach wie vor da, aber dass auch im fünften Film der Reihe jeder einfach nur blöd auf einen Terminator ballert, besonders die vermeintlichen Experten, obwohl sie doch wissen müssten, dass es nichts bringt. Statt immer neue Waffenlager anzulegen, wären mehr Säure, Magneten oder Trockeneis ja mal eine Idee gewesen. Pfff … Die Prügelei des alten CGI-Arnies gegen den jungen CGI-Arnie ist auch so eine Sache, die mich einfach nur kalt lässt und bei der ich will, dass sie möglichst schnell vorbei ist.

Aber die „beste“ Actionszene ist der Megacrash des Buses: Es ist schon fragwürdig, wie Sarah das überleben konnte, aber die war im Gegensatz zu Kyle immerhin noch angeschnallt. Der Bus hat sich ca. 35.000 Mal überschlagen, einmal davon sogar über die Längsseite und trotzdem braucht Kyle nur einmal den Kopf zu schütteln und ist wieder kampfbereit.

Übertriebene Action und übermenschliche Kräfte waren schon immer Teil von Actionfilmen, aber CGI hat das Ganze mittlerweile in solch absurde Höhen getrieben, dass wir hier unten auf der Erde es gar nicht mehr erkennen können.

Daniel liked these reviews