The Lord of the Rings: The Two Towers ★★★½

Nachdem ich mit vor zwei Monaten The Fellowship of the Ring noch mal angeschaut und deutlich mehr als beim ersten Mal gemocht habe, hat auch die Fortsetzung von mir eine zweite Chance bekommen (beim ersten Mal war ich von den ersten zwei Filmen der Trilogie nicht sehr angetan), diesmal sogar im Kino. 

The Two Towers schließt direkt an seiner Fortsetzung an und beginnt damit einen Schlüsselmoment erneut aufzugreifen und präsentiert in einem der coolsten Momente des Filmes, was weiter mit Gandalf geschehen ist. 

Mit diesem Moment wurde ich sofort wieder in diese mittlerweile lieb gewonnene Welt katapultiert und war gespannt, das nächste Kapitel dieser Reise zu erleben. Dadurch, dass die Handlung eine direkte Weiterführung des ersten Teils ist, ist man direkt mittendrin und kann einfach die Geschichte weiterverfolgen, die Fellowship begonnen hat.

Mein früheres Ich hätte die Story als „es wird einfach nur weitergelaufen für 3-4 Stunden“ beschrieben, aber beim Rewatch war sie erstaunlich packend und besonders aufgefallen ist mir, wie gut die verschiedenen story lines parallel erzählt werden. Immer wenn zur nächsten Geschichte geschnitten wurde, habe ich mich gefreut, wieder mehr von diesen Figuren zu sehen, da mich alle Erzählstränge Interessen konnten. Auch sorgt dieser Wechsel zwischen den Figuren für eine Menge Abwechslung. 

Apropos Figuren, diese gefallen mir hier ebenfalls richtig gut. Vor allem neue Charaktere sind super interessant, aber auch die alten erfahren mehr Entwicklung und werden für mich spannender, allen voran ist da wohl Aragorn, der an Bedeutung gewinnt. Auch wenn Frodo für mich noch nicht der aller komplexeste Protagonist bleibt, wird er durch neue Konflikt nun deutlich interessanter und höchst sympathisch sind er und Sam sowieso. 

Schauspielerisch kann man sich bei keinem beklagen. Sei es zum Beispiel Frodo, Sam, Aragorn, Gandalf natürlich oder der neu eingeführte König von Rohan. Alle präsentieren wirklich starke Darstellungen, die diese Figuren erst so richtig Leben einhauchen. 

Cool fand ich auch den hier wichtiger werdenden Gollum. Dabei ist vor allem die Performance von Motion-Capturing-Meister Andy Serkis und die technische Umsetzung ist vor allem für 2002 grandios. Auch ansonsten sind die Effekte für ihre Zeit auf dem allerhöchsten Niveau und sehen auch heute ziemlich überzeugend aus. Wieder lässt sich loben, wieviel doch praktisch ist, denn dies lässt den Film zeitloser wirken, weil weniger veraltet sein kann. 

Wie schon erwähnt, ist mir diese Welt ans Herz gewachsen und ich merke, wie sie mir vertrauter wird und wie sie durch neue Locations und erweiterten Lore auch spannender wird. Und wo wir schon bei erweiterten Kulissen sind, die ganzen Landschaften und Kulissen sind erneut höchst beeindruckend und lassen diese Welt imposant aber vor allem realistisch erscheinen. 

Audiovisuell finde ich den Film ziemlich großartig. Der ikonische Score ist wirklich super und funktioniert sowohl in Schlachten, als auch völlig ruhigen Szenen ideal als Unterstützung von Emotionen und Gefühlen, aber auch für die Stimmung dieser Welt. Die Kamera fängt Mittelerde wunderbar ein und bietet einigne wunderschöne und atmosphärische Bilder. 

Die ganze Atmosphäre von Lord of the Rings ist einzigartig. Noch immer schwingt das Magische aus dem ersten Film mit, sich der lockere Abenteuer-Vibe weicht etwas einer neu eingetretenen Düsternis. Dieser Wechsel ist ein willkommener und macht The Two Towers mit seinem zugenommenen Gefühl von Bedeutung zum Inbegriff von Epik. 

Zu meinen wenigen Kritikpunkten gehört, dass die Laufzeit von fast 4 Stunden im Extended Cut etwas viel werden kann, vor allem in der letzten Stunde. Die ein oder andere Szene hat mich dann auch etwas weniger gepackt und ging mir etwas zu lang. Dazu muss man aber sagen, dass die 4 Stunden sich insgesamt ziemlich berechtigt anfühlen und dass der Film relativ zu so einer außerordentlich langen Laufzeit eher schon kurzweilig ist. 

Zwar hatte ich auch mit der Action meist meinen Spaß, Heere etc. sind beeindruckend inszeniert und als Einbindung in die Geschichte passt alles bestens. Nur haben mich die eigentlichen Schlachten, vor allem die millionenfach gelobte Schlacht um Helm‘s Deep etwas enttäuscht. Das lag wohl auch an massiven und Erwartungen, aber mir waren Kamera und Schnitt etwas zu hektisch und irgendwann wurde mir das ganze auch etwas zu repetitiv oder einfach zu viel. 

Versteh mich nicht falsch, „schlecht“ fand ich sie trotzdem nicht und wie man sieht hat mir The Two Towers (wohl auch wegen der Kinoerfahrung) eine Menge Spaß bereitet. Deshalb bin ich auch mehr als gespannt, den dritten Teil ebenfalls im Kino zu sehen (und zwar in 15 Minuten zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Kritik ^^).

Robin liked these reviews