Dune

Dune ★★★★★

Der Messias ist gekommen

Die perfekte Düne - Dune - Part One

In den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts scheiterte das Enfant terrible des bizarren Kinos, der chilenische Ausnahmeregisseur Alejandro Jodorowsky, an der Verfilmung des vielleicht besten Science-Fiction-Romans aller Zeiten, Frank Herbert's "Dune" (1965). Böse Zungen sagen, gut zehn Jahre später scheiterte erneut eine Regielegende an diesem Vorhaben, David Lynch's Umsetzung schaffte es zwar auf die große Leinwand, der Film war aber weder sonderlich erfolgreich , noch waren der Großteil an Kritikern und Publikum so wirklich zufrieden mit dem Ergebnis.
Ich sehe die Sache nicht ganz so schwarz, natürlich hatte dieser Film so seine Schwächen, aber auch einige beeindruckenden Stärken. Wenn man es als ein "Scheitern" bezeichnen möchte, dann vornehmlich am Umfang des Stoffs. Das Buch ist einfach viel zu groß für nur einen Film. Die zweite Buchhälfte erzählt der Film auch nur im schnellen Vorwärtsgang und springt dann abrupt ins Finale.
Dies haben auch Villeneuve's "Dune" und Lynch's "Dune" gemeinsam, sie erzählen beide nur die erste Hälfte des ersten Buchs. Bei Denis Villeneuve's Verfilmung darf man allerdings auf eine Fortführung hoffen. Sein "Dune: Part One" ist nur der Auftakt und die zweite Hälfte soll folgen.
Alle drei Umsetzung haben sogar gemeinsam, ein unglaubliches Staraufgebot. Bei Jodorowsky hätten beispielsweise Salvador Dalí, Orson Welles und Mick Jagger es in den Film schaffen sollen, Lynch konnte beispielsweise mit Kyle MacLachlan, Sean Young, Sting, Patrick Stewart und Max von Sydow aufwarten, und Villeneuve steht dem in Nichts nach, Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac, Josh Brolin und viele mehr von Rang und Klang.

Der Stoff "Dune" ist aber auch prominent. Er ist geliebt, wird von einigen sogar verehrt, allerdings dürfte die Geschichte aber auch eine der meist fehlinterpretierten ihrer Art sein. Man lässt sich schnell blenden und kommt früh zu einem Urteil, so richtig klar wird es aber ohnehin erst in der folgenden Büchern.

Aber einmal die Bedeutung der Geschichte außer Acht gelassen, der Film Film fängt sie in atemberaubenden Bildern und Einstellungen ein, Das Design und die Kostüme sind ein Traum für jeden Science-Fiction-Fan, die Darsteller überzeugen allesamt und hauchen dieser Erzählung Leben ein, untermalt von einem fantastischen Soundtrack (von dem von mir eigentlich wenig geschätzten Hans Zimmer). Eines kann Denis Villeneuve auf jeden Fall wie kaum ein zweiter, ein audiovisuelles Feuerwerk abbrennen das den Zuschauer vor Ehrfurcht erstarren lässt.
Allerdings haben seine Filme auch alle gemein, sie wirken sehr ernsthaft, Humor spielt wenn überhaupt nur am Rande eine Rolle und das Erzähltempo ist in der Regel sehr gering. Er nimmt sich Zeit und verliert sich schon einmal in seinen Bildern. Das sind Schwächen und Stärken zugleich.
Wirklich überrascht war ich ja vom Hauptdarsteller, Timothée Chalamet als Paul Atreides hätte ich nie so treffend erwartet, ich fand ihn zwar schon in "A Rainy Day in New York" wirklich gut, in "Dune" ist er aber nahezu die perfekte Besetzung als Paul Atreides. In meinen Augen hat Denis Villeneuve ohnehin eine nahezu perfekte Umsetzung von "Dune" geschaffen.
Danke, Danke, Danke!
Jetzt heißt es nur noch abwarten und auf einen zweiten Teil hoffen, und sich vielleicht so lange eine Frage stellen.
Ist der Messias gekommen?

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