Deadpool

Deadpool ist kein Meisterwerk, aber ein verdammt guter und unkonventioneller Vertreter eines fast schon festgefahrenen Genres. Bricht an manchen Stellen gekonnt aus, an manchen Stellen tritt er gekonnt daneben.

Mir fällt es immer noch schwer, diesen Streifen zu greifen. Als jemand, der sich intensiv mit diesem Genre auseinandersetzt, sehe ich eine Menge großartiger Momente, cleverer Spielereien und einen Cast, allen voran der maskierte Hauptdarsteller, der einfach eine Menge Spaß mit sich selbst und dem Material hat.

Andererseits blicke ich auch als jemand auf den Film, der um die problematische Akzeptanz des Genres weiß. Ideenlose Plots, baukastenhafte Erzählungen und totgetretene Action-Klischees sind da oft die Vorwürfe. Und auch diese Kritik muss sich Deadpool gefallen lassen!

Kurzum: Für mich ein frischer, oftmals pubertärer Versuch des Genre-Ausbruchs, der überraschend gut funktioniert. Statt ständiger Dick- und Fart-Jokes (die gibt es immer noch, keine Frage!), hält sich der Film relativ begrenzt und liefert im Kern zwar eine bekannte, aber kompetente Helden- und Rachegeschichte. Als Kirschen obendrauf gibt es jede Menge Humor, der besonders auf der Meta-Ebene und im Genre-Kontext besser funktioniert, als ich dachte.

Kein Meilenstein für sich, aber vielleicht einer für das Genre.