Gone Girl ★★★★

English tl;dr
There are movies which rely only on a few key scenes to keep the audience magnetized - and then there is 'Gone Girl'. I can only compliment it by stating that each and every scene felt to some extent vital either pushing the developement of the plot one step further or enriching the characters with more depth. It's hard to go into detail without giving too much away, so let's just say the tension - sometimes subliminal, sometimes ostensibly loaded - always gives you enough new material to rethink and to rebuild the puzzle at just the right points in the story. David Fincher's new movie rises from the morass of mediocre Thrillers like a monument and is a great achievement in directing, adapted screenplay and acting performances. Bravo!




Es gibt Filme, die ein paar wenige Schlüsselszenen in den Raum werfen und darauf hoffen, dass diese ausreiche, um den Zuschauer dauerhaft zu fesseln und dann gibt es 'Gone Girl' – wo man das Gefühl hat, dass kaum eine Szene überflüssig ist, alles dazu dient, entweder die Geschichte voranzutreiben oder die Charaktere mit mehr Substanz anzureichern und jedes Zahnrad mühelos ineinander greift! Aus dem Morast der mittelmäßigen Thriller erhebt sich David Finchers neustes Werk wie ein Monument, das mit seiner Größe viele andere Filme überschattet.

Dabei ist es gar keine leichte Aufgabe zu ergründen, was der Film alles richtig macht, ohne die einzelnen Handlungspunkte auszudiskutieren, die ich hier aber bewusst im Dunkeln lassen möchte und die erahnen lassen, welch großartige Vorlage sich dahinter verbergen muss, der hiermit auch ihr angemessener Tribut gezollt werden soll. Fincher kreiert hier eine Verfilmung, die mich trotz einer Länge von 2 ½ Stunden keine Sekunde lang losgelassen hat, weil sie im genau richtigen Tempo dem Zuschauer immer wieder neues Material vorwirft, welches neu durchdacht werden muss – ob es nun neue Erkenntnisse in der Geschichte sind oder das Bild von den Charakteren, das immer wieder revidiert und überdacht werden muss. Fragmentarisch wird hier mit heißer Nadel ein Bild gestochen, dass die einzelnen Puzzleteile stetig neu ausrichtet, bis am Ende ein Gesamtkunstwerk gepinselt wurde, welches man bloß als bitterböse bezeichnen kann und das noch nach dem Abspann schwer im Magen liegt. Finchers Auge fürs Detail bei der Inszenierung lässt den Film zudem unangenehm greifbar werden, sodass über allem eine bedrohliche und schwermütige Spannung schwebt – mal vordergründig, mal latent –, die sich aber auch an den genau richtigen Punkten entlädt.

Doch erst die schauspielerischen Leistungen lassen den Film so lebendig werden! Ben Affleck gibt hier mit einer seiner besten Performances ab, aber gerade Rosamund Pike, die ich persönlich gar nicht auf dem Schirm hatte, wächst in einem Maß über sich hinaus, dass man hier den drei-dimensionalen Menschen mit ihren vielen Facetten mehr als bloß abnimmt.

Es gibt nur weniges, was mich gelegentlich aus dem Filmerlebnis geworfen hat. Insgesamt gibt es 1-2 Aspekte der Geschichte, wo man meiner Meinung nach debattieren könnte, inwieweit sich die Charaktere in ihren Entscheidungen wirklich so verhalten würden, wie im Film aufgezeigt und mir persönlich hat sich der Soundtrack in einigen Szenen mit seinen bewusst sphärischen Klängen etwas zu sehr in den Vordergrund gespielt, wo ich mir überlegen würde, ob diese Szenen ohne musikalische Untermalung nicht vielleicht sogar intensiver gewirkt hätten.

Insgesamt bin ich aber wirklich bloß sehr selten über irgendwas gestolpert und am Ende war es eine überaus wirkungsvolle Gesamtkomposition, die in Hinsicht auf Regie, Schauspielkunst und Drehbuch eine beeindruckende Treffsicherheit an den Tag legt und mich darüber hinaus mit einem flauen Gefühl im Magen aus dem Kinosaal entlassen hat.

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