Lost Highway ★★★

Followbruary Nr. #8

Eine wilde Fahrt ohne rechten Ausstieg.
In seinen besten Momenten zeigt sich 'Lost Highway' als Beziehungsstudie, in der Eifersucht als ein alles verschlingende schwarzes Loch inszeniert wird. In einem gewohnt verwirrenden Erzählstrudel der Unmöglichkeit, in dem Protagonisten schon mal wie durch ein metaphysisches Einwirken ausgetauscht und zweckentfremdet werden, zeichnet Lynch mit seiner Bild- und Tonsprache einen sich selbst verzehrenden Zirkelschluss, der in der Endlosigkeit seine eigene Sackgasse bildet. Gerade in den stationären Bildern, in der eine ungewisse Dunkelheit die Leinwand förmlich zu verschlucken droht, liegt hier die größte Irritation und die unbarmherzige Kamera bildet in der Bloßstellung einer scheinbar sicheren Zuflucht fast einen filmischen Vorgriff auf Michael Hanekes 'Caché'.
Letztlich ist es allerdings der kippende Umgang mit eben dieser Irritation, welcher dieses Lynch-Werk auf der Überholspur der Erwartungen hinter sich zurücklässt. Zu sehr wird auf erzählerischer Ebene auf die unwahrscheinliche Metamorphose des Films selbst hingewiesen, sodass das unangenehme Gefühl im Magen langsam abzuflauen scheint und auch die Anpassung an bestimme Genre-Konventionen, lässt die anfangs noch zuckende Körperspannung des Films in ein luftloses Loch übergehen.
Letztlich ist es ein Loch, welches die Neugier weckt, doch der Sturz hinein ist kaum wahrnehmbar und die Entdeckung auf der anderen Seite enttäuschend.