Kill! ★★★★

Tatsuya Nakadai entwickelt sich langsam zu einem meiner Lieblings Darsteller. Der Mann hat einfach eine unglaubliche Ausstrahlung. Kill! ist nun der zweite Film von Kihachi Okamoto, nach dem großartigen Sword of Doom, in dem Nakadai die Hauptrolle spielt. Während er in Sword of Doom einen kalten und unberechenbaren Samurai spielte, zeigt er sich in Kill! von seiner liebenswürdigen Seite. Seine Figur des Genta ist das Bindeglied zwischen zwei Gruppen von herrenlosen Samurai, die es aufeinander abgesehen haben, aber in Wahrheit doch nur ein Spielball in den Händen eines skrupellosen Fürsten sind.

Bildlich hat Kill! auch einiges zu bieten. Schon die Aufnahmen zu Beginn des Films, wenn die einzelnen Samurai in einem staubigen und zerstörten Dorf ankommen sind großartig. Okamoto beweist neben den tollen Kampfszenen auch ein gutes Gespür für Humor. Er lässt seine Schauspieler mehrmals direkt auf die Kamera zu- kriechen oder laufen und schafft so visuell einzigartige Szenen, die gleichzeitig sehr komisch sind. Trotz der sehr ernsten und dramatischen Geschichte bleibt der Film so immer leichtfüßig. 

Eine Beobachtung zum Schluss: Ich finde es faszinierend, wie Okamoto Schusswaffen inszeniert. Während Schwerter in japanischen Samurai-Filmen immer für die noble und ehrenvolle Art des Kampfes stehen, sind Schusswaffen hinterhältig und feige. Der Tod durch Schusswaffen kommt in Kill! dann auch immer aus dem Nichts. Brutal und gnadenlos. Dabei zeigt uns Okamoto die Schützen nur ein einziges mal. Und genau in diesem Moment schießen sie nicht.

Nr. 5 #japanuary2019

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