The Ballad of Narayama ★★★★

Ja, ich kann The Ballad of Narayama sehr wertschätzen, wirklich lieben kann ich den Film aber leider nicht.

Dabei beginnt der Film so vielversprechend. In den ersten Einstellungen sehen wir ein verschneites Dorf am Hang eines Berges. Tolle Luftaufnahmen zeigen eine fast märchenhafte Kulisse, verstärkt nochmal durch die grandiose Musik von Shinichirô Ikebe. Doch in der darauf folgenden Szene verlassen zwei Jungs zum Pissen ihre Hütte. Der Film ist so oft profan und seine Charaktere einfältig und dauerhorny. Wahrscheinlich sogar eine realistische Beschreibung von Menschen in abgelegenen Dörfern im 19. Jahrhundert, aber besonders nah ging mir so kaum eine Figur. Langweilig wird es so aber auch definitiv nicht, da mehr f**ked up sh*t passiert, als ich es in solch einem Historiendrama erwartet hätte.

Einige Figuren gingen mir trotzdem mega auf den Kecks, vor allem der ignorante älteste Sohn der Hauptfigur Tatsuhei und dessen einfältiger Hobo-Bruder. Hauptdarsteller Ken Ogata, den ich schon in Mishima: A Life in Four Chapters großartige fand, spielt aber auch hier einen sehr vielschichtigen, zweifelnden und hadernden Charakter.

Als der Film im letzten Viertel das Dorf verlässt und den namensgebenden Berg hinaufstiegt, ist sie wieder da die märchenhafte Atmosphäre vom Beginn des Films. Dann zeigt Regisseur Shōhei Imamura einige albtraumhafte Bilder und lässt den Zuschauer über eine fremde Kultur und eine andere Zeit staunen.

Nr. 10 #Japanuary

Das war mein Japanuary

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