The Wind Rises ★★★½

Meine Erwartungen an einen Miyazaki-Film sind eigentlich immer riesig, da fast alle der Filme, die ich von ihm gesehen habe zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zählen. Umso größer war deshalb die Enttäuschung, dass Wenn der Wind sich hebt, mich nicht genauso angesprochen hat, wie seine anderen Werke.

Wenn der Wind sich hebt ist Hayao Miyazaki erster Film, der eine historische Person in den Fokus stellt und die Träume eines jungen japanischen Luftfahrtpioniers bebildert. Audiovisuell ist der Film natürlich über jeden Zweifel erhaben. Gerade das Erdbeben, das zu Beginn des Films in Tokyo wütet ist faszinierend animiert und mitreißend inszeniert. Auch das Audiodesign ist kreativ umgesetzt. Sound Designer Koji Kasamatsu hat viele Sounds nur mit dem Mund erzeugt. Über die audiovisuelle Brillianz von Miyazaki gibt es viele gute Filmessays, ich möchte hier aber im speziellen How Animation Comes To Life von kaptainkristian erwähnen.

Meine Probleme mit dem Film beginnen eher auf einer Story- und Plotebene. Ich konnte nicht viel mit Hauptcharakter Jiro Horikoshi anfangen, der zwar reflektiert genug ist, um die Zerstörungskraft der Flugzeuge anzuerkennen, aber doch so manisch in seinem Drang diese zu entwickeln. Klar geht es Miyazaki genau darum. Um die Hässlichkeit und Ungerechtigkeit, die in Schönheit stecken. Vom echten Jiro Horikoshi ist das Zitat übermittelt: „All I wanted to do is create something beautiful.“ Trotzdem ging mir das alles nicht sehr nahe. Genauso wie die Romanze zwischen Jiro und Naoko, die für mich leider auch nicht wirklich funktionierte.

Naja, meckern auf hohem Niveau, war trotzdem schön den Film nun auch endlich mal gesehen zu haben.

Nr. 9 #Japanuary

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