Dune

Dune ★★★★

Als Dune von Denis Villeneuve angekündigt wurde, hatte ich zwei Wünsche an den Film: Die Atmosphäre von Lynchs Dune gepaart mit dem direktiven Stil von Villeneuve. Und ich kann sagen: Beides wurde erfüllt. Atmosphärisch ist der Film ein Brett. Und stilistisch ist das hier der Bruder von Blade Runner 2049. Teilweise wirkt es wie ein Texturpack, das über die Assets von BR2049 gelegt wurde. Das heißt: Melancholie und Elegie dominieren, ab und zu durchbrochen von kleineren Actionszenen.

Die ersten zwei Drittel von Dune gehören zum Besten, was man dieses Jahr zu sehen bekommen wird. Das ist schlichtweg brilliant. Wie hier Worldbuilding, Charakterzeichnung, Dialoge, Optik und Soundtrack ineinandergreifen, ist makellos. Hans Zimmer bleibt dabei seiner Linie treu und konzentriert sich wie zuletzt auf das Erstellen von Klangteppichen statt eines melodischen Soundtracks. Optisch dominieren graue und braune Farben, zudem finden viele Szenen im Dunkeln statt, was die gewünschte Tristesse des Films unterstreicht, dadurch aber den Film der Schönheit eines BR2049 beraubt. Die Kostüme, die Designs der Raumschiffe, Rüstungen und Waffen sind traumhaft. Was man sich hier für Gedanken gemacht hat kann nicht hoch genug bewertet werden, alles wirkt wie aus einem Guss und innerhalb der Welt schlüssig.

Womit wir zum nächsten Punkt kommen: Ist Dune das von Villeneuve angekündigte "Star Wars für Erwachsene"? Ja! Während Star Wars ein Märchen ist, besitzt Dune einen Realismus, eine Wahrhaftigkeit, die beeindruckt, und so eine Sogwirkung entfaltet, der man sich kaum entziehen kann.

Auch schauspielerisch liefert der Film auf allen Ebenen ab. Obwohl extrem viele Charakterköpfe versammelt sind, von denen manche überraschend wenig Screentime haben, füllt jeder seine Rolle perfekt aus, ohne jemals Assoziationen zu anderen ikonischen Charakteren zu erwecken. Hut ab!

Und nun, das letzte Drittel. Das zieht den Film für mich ein bisschen runter, denn es ist offensichtlich, das es hauptsächlich existiert, um auf den zweiten Teil hinzuarbeiten. Aber ohne diesen zweiten Teil, ohne das Gesamtwerk sehen zu können, muss ich diesem letzten Drittel leider attestieren, das man ihm die Laufzeit anmerkt, dass er wie ein Anhängsel an einen Klimax wirkt, der sein Pulver schon verschossen hat.

Sehenswert ist das natürlich trotzdem alles. Und die Visionen, die Paul Atreides hat, lassen Großes für Teil 2 erahnen. Ich drücke die Daumen.

Paul Atreides: "Dad, what if I'm not the future of House Atreides?"
Duke Leto Atreides: "A great man doesn't seek to lead, he is called to it. But if your answer is no, you'd still be the only thing I ever needed you to be: my son."

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