Bright Nights ★★★★

@Berlinale (Competition Premiere)
Top Plätze. Hinter uns saß das Filmteam. Ich mochte alles am neuen Arslan Film. Man liest da ja sehr zwiespältige Kriktiken und ja einiges stimmt davon auch. Dem einen ist der Vater & Sohn Roadtrip zu konventionell, dem anderen ist es zu karg und es würde rein gar nichts passieren. Dass Georg Friedrich und Tristan Göbel, dem ich übrigens eine große Karriere prophezeie, hier unter ihrem eigentlichen Können spielen, wobei damit wohl besonders Friedrich gemeint ist : Finde ich alles gar nicht (auch bevor er den silbernen Bär gewonnen hat) !

Das ist minimalistisches Kino pur. Ein Film, der sich immer mehr zusammenzieht, während die Natur immer breiter wird. Die erste Szene zeigt Friedrich in seinem Büro. Ein gebrochenes Gesicht. Zuerst ist es noch hell, dann ist es dunkel. In Norwegen, wo er mit seinem Sohn seiner Expartnerin hinfährt um den Opa, der dort Tunnel gebaut hat, zu beerdigen, ist es immer hell. Doch die Fahrt in den Norden wird dennoch immer dunkler, da sie sich zur Fahrt ins eigene schwarze Loch dieser Vater-Sohn Beziegung entwickelt. Wenn ich hier sage, das ich an dem Film alles mochte, dann meine ich zuerst die Dialoge und die Chemie zwischen Friedrich und Göbel. Die Dialoge sind grandios, lakonisch, witzig, Arslan Style und das muß man wirklich loben. Der Film wird sehr schnell zu einem Roadmovie, Papa und Sohn im Auto. Sohn ist in der Pubertät, aber nicht übertrieben. Alles paßt. Dann irgendwann der Gedanke : "Oh mein Gott, Arslan macht hier ne Komödie" ! Aber man weiß bald nicht so recht wo einen der Film mit hin nimmt, der sich sehr bald immer mehr zusammenzieht (Nebelfahrt !!!!) und kurz vor Ende eine Szene bringt wo ich fast ausfsprang und dachte das wird jetzt "L´avventura" von Antonioni !

Grandioser droneartiger Score von Ola Flöttum und eine Sogkamera von Reinhold Vorschneider, mal wieder, den ich als er auf die Bühne kam, am meisten beklatscht habe. Ja ich mochte hier wirklich alles. Nicht ganz so groß wie "Im Schatten" aber schon ziemlich stark. Am Ende steht der Moment.

Ein wie ich jetzt mal sagen würde, viel zu unterbewerteter Film.

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