Star Wars: The Rise of Skywalker

Star Wars: The Rise of Skywalker ★½

Obwohl ich zu den Leuten gehöre, die zwar Episode 7 ermüdend fanden, den Mittelteil der Sequel-Trilogie und Rian Johnsons durchaus eigenen Stil, den er bei letzterem an den Tag legte, mochte, so hatte ich doch nicht wirklich Lust auf "The Rise of Skywalker", vor allem weil nun J. J. Abrams wieder das Ruder übernehmen sollte. Ich bin zwar mit niedrigen Erwartungen ins Kino gegangen, jedoch nicht mit der Attitüde, dass was zu sehen sein wird, zwanghaft zu verurteilen, und ja ein paar postive Punkte hat die neunte Episode der Sternensaga auch zu verbuchen (kein einziger davon hängt für mich mit der Story zusammen), aber das Endprodukt, dass dann über die Leinwand rollte... war nochmal um einiges schlechter als ich es mir gedacht habe, tut mir Leid.

Nein, ich werde nicht rumheulen, Herr Abrams und die Crew hätten meine Kindheit zerstört, die alten Filme sind noch immer da, und ich möchte auch nicht "haten", ich habe mich einfach damit abgefunden, dass, trotz starkem Mittelteil, die Sequel-Trilogie in eine Richtung will, die mir ganz und gar nicht gefällt, und dass sie für mich gescheitert ist; trotzdem kann ich nicht anders als ein wenig polemisch zu werden, um zu beschreiben warum, auch wenn mich der Film natürlich nicht wirklich "agressiv" sondern eher ein bisschen melancholisch gemacht hat, weil man eine neue Star Wars Trilogie hätte lassen können, ja, oder eben noch etwas viel Besseres hätte kreieren können, obwohl viele die neue Trilogie insgesamt so gut finden werden, wie ich es mir gewünscht hätte, oder viele nur die Abrams-Filme und nicht den Mittelteil gut finden, oder wieder andere dem Gesamtprojekt vorwerfen, nicht nur (das ist offensichtlich, kann aber immer noch eine gute Grundlage bieten, die ganzen Expanded-Universe-Stories entstammten damals ja nun auch nicht aus anderem Interesse) ein großes Kommerzprodukt, sondern auch von Reptiloiden, die absichtlich unsere Netzhaut mit Scheiße zureiben wollen, damit unsere ach so schönen Kindheitserinnerungen zerstört werden, konzipiert zu sein; Fakt ist aber wohl: hinter den Episoden 7-9 stand kein so guter Plan wie hinter Lucas Original-Trilogie. Natürlich, hätte dieser beim Drehbuch-Schreiben nach Episode 4 nicht Hilfe von Brackett und Kasdan erhalten, dann wären wohl ebenfalls Filme enstanden, die teils heillos durcheinander sind, aber trotzdem ist er die kreative Ur-Kraft, die ganz Star Wars erst das Leben gab. Natürlich, die Geschwisterschaft von Luke und Leia war nicht von Anfang an geplant, die Ewoks waren vor allem da, um nach dem düsteren Rückschlag des Imperiums, der in der zeitgenössischen Kritk ja durchaus für gerade diese heute so geschätzte poetische Düsternis kritisiert wurde, wieder etwas kinderfreundlicher zu werden - trotzdem, es lag eine Vision, wenn sie auch teils schwammig war, hinter dem Ganzen, und die ikonischen Schauspieler, die Effektkünstler, die Drehbuchautoren, die Regisseure und alle anderen Beteiligten, sorgten dafür, dass sie so geschliffen wurde, dass sie nun das Juwel in der Filmgeschichte ist, als das Star Wars mit seinem Millionen-starken Fandom nunmal gilt. Eine solche Vision, ein mehr oder weniger konkreter Plan, fehlt bei den Sequels entweder oder wurde über Bord geworfen. So fühlt sich auch Abrams zweiter Abstecher in die weit weit entfernte Galaxie sich an wie eine Trümmerteil-Ansammlung, wie ein richtiger Film jedoch weniger.

Freilich gibt es im Hintergrund der neuen Welten auch hier wieder einiges Schönes zu entdecken, neue Alien-Kreaturen zum Beispiel. Und die Masken und das CGI sind - von einer grausamen Szene abgesehen - wieder tadellos. Die Kostüm-/Masken-Bildner, Set-Dekorateure und CGI-Artists sind für mich hier die wahren Stars - mit dem neuen Charakter Babu Frik (!!!) natürlich. Aber von ein, zwei netten Action-Sequenzen abgesehen hat man nichts davon. Denn gerade die großen Action-Sequenzen sind enttäuschend mittelmäßig und fühlen sich mehr nach Marvel als nach der Sternsaga, in derem ersten Spin-Off zwei Sternzerstörer zusammenkrachten oder in derem letzten Hauptteil ein First-Order-Schiff zerstört wurde, indem ein anderes durch den Hyperraum hinein-crashte, an. Von solchen ikonischen Momenten keine Spur, obwohl es Szenen gibt, die genau das wohl gerne wären.

Um aber zu der "Planlosigkeit" zurückzukommen - die macht sich extrem durch etwas bemerkbar, dass man leider schon hat kommen sehen. Man möchte die Narben, die "The Last Jedi" in das Fandom ritzte, zunähen, und das vornemlich durch seltsame Meta-Seitenhiebe, dem teilweise kompletten Ignorieren manch einer Entwicklung oder manch eines Charakters, und indem man noch tausend neue Regeln, Motivationen und sonstwas einführt, um gefühlt nochmal neu anzufangen, gefühlt drei (recht schlechte) Filme in einem zu schaffen, und so ein dramaturgisch enttäuschendes Chaos zu kreieren, welches sich lediglich durch seine Inkonsequenz und seltsam-anmutende Unentschlossenheit anmutet.
Denn sogar im Film selbst geöffnete Fässer, traut er sich nicht wieder zu schließen, nur manchmal reinzulugen, vielleicht noch ambivalent dabei zu sein, damit die Fans sich das alles so spinnen können wie sie vollen.

Es ist wirklich ein Film der sich komplett fehlgerichtet anfühlt, der nach 20 Minuten komplett in sich zusammenbricht, und von da an schlechter und schlechter und noch ein bisschen schlechter wird. Da er mit Mach 5 durch die Handlung crasht, keine Momente für authentische Charakterentwicklungen lässt, wird er sicherlich nie langweilig, aber trotzdem sehnt man sich irgendwann nur noch das Ende herbei, damit man endlich abschließen kann.

The Force isn't strong with this one.

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