I Know What You Did Last Summer

I Know What You Did Last Summer ★★★★

Horrorctober 2020 (Slasher Edition) Movie#2
1997 - Movie Charts

Stab Begins

Im Dezember 1996 avancierte „Scream“ zum absoluten Kinohit. Sofort waren die Studios wieder Feuer und Flamme für das totgeglaubte Subgenre des Teenie Slashers und Drehbuchautor Kevin Williamson („Dawsons Creek“) war plötzlich einer der gefragtesten Männer in Hollywood. So ergab sich für ihn die Gelegenheit eine Idee umzusetzen, die er bereits vor „Scream“ hatte, und die, die Studios seinerzeit allesamt abgelehnt haben. Daher ist „Ich weiß was du letzten Sommer getan ist“ kein simples Rip-Off des Megaerfolges und gehört noch zu den besten Filmen dieser Slasher Welle.


Road Kill

Die Zutaten mögen dieselben sein, aber „Ich weiß…“ entfaltet direkt eine ganz andere Grundstimmung und auch ein anderes Tempo als das große Vorbild. Erst langsam und behutsam baut sich die Bedrohung auf und die Geschichte interessiert sich auch erst Mal für das Seelenleben der Figuren. Selbst wenn sich die Kamera an der überaus hübschen Jungstarriege nicht satt sehen kann, werden die Charaktere etwas reifer, geerdeter gezeichnet und Humor oder eine Metaebene sucht man vergebens. Aus heutiger Sicht wartet der Film sogar mit dem klar prominenteren Cast auf.

Obwohl Identität und Motiv des Serienkillers die treibende Kraft der Handlung sind, wird kein wirklicher Whodunit daraus. Einige falsche Fährten scheinen eher pflichtbewusst von Williamson integriert worden zu sein und bleiben meist subtil im Hintergrund. Die Auflösung ist daher auch unspektakulär, wird aber auch gar nicht versucht als Knalleffekt verkauft zu werden. Bedauerlicher ist dabei eher die mangelnde moralische Konklusion für die Figuren, deren egoistischer Pakt sie zwar heimgesucht hat, am Ende aber beinahe schon legitimiert wird.


The Reaper awaits

Beim Horror setzt der Film eher auf eine klassischere Gangart. Die Klischees, über die sich Kevin Williamson zuvor noch so lustig machte, bemüht er bei dem Arrangement der Morde wieder deutlich mehr. Ein Killer mit hellseherischen Fähigkeiten und mit einem äußerst flexiblen und schnellen Bewegungsspektrum (sofern er nicht im Bild ist). Die Kills sind etwas zahmer als bei „Scream“, haben aber auch lange das FSK 18 Siegel mit sich getragen. Es wird weniger auf Jumpscares gesetzt, trotzdem sitzen einige davon immer noch ganz gut. Kreativ und originell ist der Metzelpart in der zweiten Hälfte aber wirklich nicht. Für ein eher unbeschriebenes Blatt wie Regisseur Jim Gillespie ist das Ganze dafür äußerst ansprechend in Szene gesetzt. Das Setting verschlafenes Fischerdorf überzeugt ebenso wie der stimmungsvolle Soundtrack von John Debney („Sin City“).


Fazit

Vielleicht nicht ganz so aufregend und originell wie „Scream“, aber doch mit einer gewissen Seriosität und Eigenständigkeit. Überzeugende Darsteller, gute Inszenierung und ein cooler Soundtrack. Funktioniert immer noch.
Am Ende werden die Weichen deutlich auf Fortsetzung gestellt. Was kommerziell nachvollziehbar ist, spielte der Film immerhin das Zehnfache seines Budgets wieder ein, will aber im Hinblick auf die Prämisse nicht besonders passen und wurde durch das Sequel dann auch hinlänglich bewiesen.

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