Permanent Vacation ★★

Noch bevor sich Jim Jarmusch mit Filmen wie Night on Earth und Dead Man in die Herzen der Arthousegemeinde dirigierte, musste er sich in den späten 70ern und frühen 80er mit seinem jungen, stürmischen Gemüt und niedrigen Finanzierungsmöglichkeiten herumschlagen. Infolgedessen realisierte er 1980 sein Langfilmdebüt Permanent Vacation. Die Hauptfigur ist der 16-jährige heimatlose Allie Parker, der, von einem gehörigen Schwung Jazz und so mancher Stilikone nachhaltig geprägt, durch die mehr oder weniger verlassenen Straßen von New York stapft und dabei die Bekanntschaft mit mehreren skurrilen Personen macht- ein traumatisierter Vietnamveteran darf natürlich nicht fehlen. Die Motivik rund um das verschmierte und angeschmuddelte New York und den darin lebenden Eigenbrötlern dürfte wohl auch in den auslaufenden 70ern nicht mehr allzu bahnbrechend gewesen sein, was Jungspund Jarmusch jedoch nicht davon abhält, sein Porträt von New York auf dem naiven und ungeschminkten Blick eines umherstreifenden Jugendlichen aufzubauen. Es versteht sich von selbst, dass sich die Handlung asymptotisch dem Nichts annähert und dementprechend trotz enorm kurzer Laufzeit recht sperrig ist. Permament Vacation versucht viel mehr ein gewisses (Lebens-)Gefühl auf den Zuschauer zu übertragen und erweckt generell den Anschein eines recht autobiographischen Werkes, auf tiefergehende Recherche hatte ich allerdings keine Lust.

Permanent Vacation ist auch gerade wegen seines episodenartigen Aufbaues und des Faibles für verschrobene Figuren recht stilprägend für Jarmusch folgende Werke und erinnert immer wieder an u.a. Night on Earth. Auch wenn das ungeschliffene Talent von Jarmusch zweifelsohne in mehreren Momenten hervorblitzt, fühlt sich Permanent Vacation doch eher wie ein pointenloser, zittriger Testlauf an und vermengt auf doch recht altbackene Weise die typischen Ingredienzen eines aufmüpfigen Debütwerkes, welches nach einem ordentlichen Anflug von adoleszenter Subversion erschaffen wurde.

Natürlich habe ich großen Respekt vor diesem Kraftakt, der mit unfassbar geringen Mitteln umgesetzt wurde. Ich könnte das nicht durchziehen. Aber deswegen meckere ich ja auch und mache nicht.