Ritual

Ritual ★★★★

>>Tipp: Kostenlos (meiner Einschätzung nach legal) zu sehen auf Rarefilmm.com


Eine gebrochene Seele flüchtet sich in die Einsamkeit, jeden Tag kurz vor dem drohenden Absturz. Die aus lauter Verzweiflung geschaffene Fantasiewelt ersetzt die Realität, der einzige Platz für die Persönlichkeit ein exquisiter Kleiderschrank. Vor allem aber ist es das Klammern an den täglichen Geburtstag, der die stetig größer werdende Hoffnungslosigkeit des Lebens in Schach halten kann.

Manchmal wirkt es so, als hätte Hideaki Anno seine Kamera in die Hand genommen und spontan auf die wirre, aber stark spielende Ayako Fujitani gezielt, und wer weiß, vielleicht war es ja wirklich so. Und doch sind die Streifzüge durch die Straßen und Gebäude Tokyos von pointierter Schönheit, zeigen die Harmonie von innen und außen, untermauern das sich entwickelnde Verhältnis zu einem Fremden, der die so untergegangene Seele vielleicht aus ihrem Loch befreien kann.

Manchmal wirkt Ritual aber auch wie ein einziges Kunstwerk, das in sorgfältiger Ästhetik vorbereitet eine Fülle an wunderschönen Szenen zu bieten hat. Diese faszinierenden Bilder stehen im Kontrast zu den fast schon dokumentarisch erscheinenden Videoaufzeichnungen, die in ihrer Mischung eine ganz eigene Schönheit, egal ob reell oder imaginär, zu Tage befördern.

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