Love Exposure

Love Exposure ★★★★½

Love Exposure ist ein einzigartiges Kunstwerk. Über vier Stunden erleben wir eine Liebesgeschichte, welche jegliche Konventionen sprengt und eigentlich gar nicht funktionieren dürfte. Aber doch, sie kann... und wie! 

Der Film wird in mehreren Kapiteln erzählt, die uns die einzelnen Hauptakteure vorstellen und ihre Vergangenheit zeigen, um zu erklären, warum sie sind, wie sie sind. Dabei wird jeder Figur genug Eigensinnigkeit und Tiefe gegeben, wodurch wir zu allen eine emotionale Bindung aufbauen. Durch einen ziemlich schnellen Schnitt schon zu Beginn des Filmes, erreicht Love Exposure schon früh ein wahnsinniges Pacing, das bis zum Ende anhält. Mit einigen wichtigen Botschaften, vielen Metaphern, die man sicherlich erst nach mehrmaligen Ansehen versteht und einer emotionalen Musik beweist der japanische Genremix, wie schön es sein kann, anders zu sein. 

Sion Sonos kreatives Experiment glückt und ist eines der interessantesten Filmerlebnisse, die ich in der letzten Zeit hatte. Ob ich von Perfektion sprechen kann, werde ich erst nach wiederholtem Sehen sagen können, das mindert aber nicht die Wucht dieses Filmes. Es ist keine einfache Liebesgeschichte. Es ist ein skurriles, fast schon surreales Erlebnis, welches durchgehend spannend und amüsant bleibt. Außerdem habe ich mich wohl in Hikari Mitsushima verliebt, die als männerhassende Yôko in einer grandiosen Szene das Hohelied der Liebe zitiert. Ich habe gelacht, war angespannt, traurig, verwirrt, schockiert und verblüfft. Verblüfft über ein weiteres leider zu häufig übergangenes Meisterwerk der Filmgeschichte. Und das war mein Love Exposure.

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