Detention ★★★★½

Darauf war ich nicht vorbereitet. Ich hab die Vorlage zwar nie gespielt, doch werde es definitiv nachholen. Detention ist nämlich nämlich eine Videospiel-Verfilmung und wer da jetzt automatisch skeptisch wird, den kann ich verstehen. Diese Skepsis hat sich bei mir auch einigestellt, doch diese Zweifel hat der Film wirklich nicht verdient.

Wenn man weiß, dass es eine Spieleverfilmung ist, fallen einem kleine Nuancen auf, wo Spielmechaniken oder Shots übernommen wurden, doch wenn man es (wie ich) einfach nur als Horrorfilm sieht, funktioniert der Film ebensogut.
Wobei... Was heißt "einfach nur ein Horrorfilm"? The Detention ist vieles aber definitiv nicht NUR ein Horrorfilm. Er ist deutlich mehr.
Detention ist ein gigantischer Mittelfinger an China.
Also worum geht es eigentlich? Die Handlung siedelt sich Anfang der 60er Jahre in Taiwan an. Vielleicht klingelt es jetzt bei dem ein oder anderen "Twaian, 60er Jahre... Da war ja was mit China". Richtig. China hat den Kommunismus damals mit eisener Hand bekämpft. Es wurde gefoltert, getötet, Bücher wurden verbrannt und die Leser dieser Bücher für Jahre in's Gefangnis gesteckt und naja you get the point.
Wir begleiten also eine Schülergruppe, die eben diesen Gefahren ausgesetzt ist, da sie eine kommunistische Schrift liest. Mehr möchte ich nicht verraten, denn wie ihr euch denken könnt, läuft alles fur die Schüler nicht so ganz glatt.
Der Horror ist demnach sehr symbolisch aufgeladen und funktioniert auch hauptächlich nur dann so richtig. Ich fühlte mich selbst in den meisten Horrorszenen eher an ein surreales Drama erinnert. Das soll auch gar nicht zu negativ klingen, denn trotzdem gibt es aber auch spannende und gruselige Momente. Auch das obligatorische "Wir verstecken uns irgendwo damit das Böse Wesen uns nicht findet - oh fuck da ist es, LUFTANHALTEN!" darf natürlich nicht fehlen... Apropos Böses Wesen: Es leidet etwas unter dem CGI aber allein die Idee ist verdammt cool. Seht einfach selbst. Mir bleibt es auf jeden Fall im Gedächtnis.

Auf technischer Ebene ist der Film gleichermaßen beeindruckend. Wie bereits erwähnt ist das CGI für unsere Sehgewohnheiten nicht immer das Gelbe vom Ei aber darüber kann man hinwegsehen. Die Kamera ist ein tollerer Anblick als der Sonnenuntergang. Es wird aus Winkeln gefilmt, die das Geschehen Stimmungsvoll verzerren (Es gibt z.B eine Treppenszene die einfach ganz große Kameraarbeit ist). Auch die Kamerafahrten sind erste Sahne. Es wird toll mit der Belichtung und den Farben gespielt und Übergänge geschaffen, die einen Fragen lassen "Wie zum komminischen Meerschweinchen haben die das angestellt? " (Ohne Witz die Leinwand Szene hätte von Jesusu Christus höchst persönlich hingezaubert worden sein). Das spielt auch alles toll mit dem wunderschön komponierten (manchmal etwas zu präsenten) Soundtrack zusammen. Beim Abspann folgt dann nochmal ein Song, der unvermeidlich in meiner Spotify Bibliothek gelandet ist, weil er so schön ist.

So jetzt hab ich auch genug geschwärmt. Meine Conclusio: Als Spieleverfilmung vermutlich eine 5/5, als Horrorfilm ebenfalls sehr gut, wenn auch nicht bahnbrechend aber als Metapher auf dieses dunkle Kapitel Chinas ein absolutes Must-See. Es wird auch kein Zufall sein, dass der Film passend zu den Honk Kong Protesten kommt. Also schaut es euch an und seid bereit ein Auge beim CGI zuzudrücken.

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