Fires on the Plain ★★★★

Mit Fires on the plain wagt sich Shin’ya Tsukamoto an ein Remake des gleichnamigen Anti-Kriegsfilm von 1959 (den ich selber noch nicht gesehen habe). Tsukamoto führte Regie, schreib am Drehbuch mit und spielte sogar die Hauptrolle. Hinzu kommt, dass er nur ein geringes Budget zur Verfügung hatte, was leider in dem Digitalkamera-Look auffält. Ansonsten sieht man ihm das geringe Budget aber nicht sonderlich an. Im Gegenteil, die gesamte Ausstattung ist zwar recht klein gehalten, sieht aber überzeugend aus.
Weniger überzeugend fand ich dagegen die ruhigen Momente in der ersten Hälfte des Films. Die zweite Hälfte hat mich eher abgeholt, da dort die Schrecken des Krieges ihre wirklich grausamen Ausmaße annehmen. Untermalt wird das Grauen durch viel grafische Gewalt. Das muss einem nicht zusagen, bildet aber die Schonungslosigkeit des Krieges in ziemlich einprägsamen Bildern ab. Meine Angst war, dass die Gewalt lediglich zum selbstzweck dient und das Geschehen überschattet, doch da wurde ich positiv überrascht. In keiner Szene hat die Gewalt die Grausamkeit überspielt.
Ich würde zwar nicht soweit gehen, dass es der beste Kriegsfilm ist, den ich je gesehen habe, doch es ist eine ziemlich einprägsame Reise in die Abgründe des Krieges und den Untergang der Menschlichkeit.

"Wenn man den Menschen genug Granaten gibt, dann löschen sie sich selbst aus" (so oder so ähnlich ging das Zitat auf 'Story')

Samuel liked this review