Aniara ★★★★

Es beginnt wie ein klassischer Sci-Fi-Film: Schiff kommt vom Kurs ab, der Kapitän hat Allmachtsphantasien, Grüppchen entstehen, zerfallen, es gibt Hoffnung auf Rettung und Enttäuschung. Doch was kommt danach? Der Film versucht diese eine Frage zu ergründen: Was kommt nach Diktatur, Religion und Sexkult, wenn wirklich alle Formen des menschlichen Zusammenlebens erschöpft wurden? Die Antwort ist ein wenig bedrückend: Nichts.
Die Geschichte wirft ihre Protagonisten in ein großes, dunkles, leeres und vor allem desinteressiertes Universum. Ein fantastisch bedrückender Film, der mich melancholisch aber nicht deprimiert zurücklässt. Denn auch alle Tragik verschwindet im Dunkel des Universums irgendwann. Es gibt keinen Weg oder Sinn im Universum, aber auch keinen vorbestimmten Platz, niemand ist von Natur aus unten oder oben. Es sind die Menschen, die andere Menschen dort hinstecken. Vielleicht der erste wirklich nihilistische Sci-Fi-Film?